Kuck holt die Sonnenstühle vom Deck

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Berlin -

Noweda-Chef Dr. Michael Kuck hat die Mitglieder über die geplante Dividendenkürzung informiert und gleichzeitig eine aktivere Beteiligung am Zukunftspakt eingefordert. Die Generalversammlung wurde in diesem Jahr Corona-bedingt digital durchgeführt.

Unter dem Strich bleibt der Noweda ein Bilanzgewinn in Höhe von 34,2 Millionen Euro. Das hätte laut Kuck auch in diesem Jahr gereicht, um eine Dividende in der gewohnten Höhe auszuschütten. Trotzdem haben Aufsichtsrat und Vorstand eine Kürzung von 11 auf 8,5 Prozent vorgeschlagen, investierende Mitglieder sollen 50 Prozent der Dividende erhalten.

Diese Absenkung wird vermutlich von Dauer sein: „Wir sind der Auffassung, dass die Dividendenhöhe in diesem, aber auch in den kommenden Jahren moderat niedriger ausfallen sollte als bisher“, so Kuck. Das sei übrigens aus dem Mitgliederkreis immer wieder vorgeschlagen worden. Man freue sich dort zwar über die Ausschüttungen, sie seien aber eigentlich in dieser Höhe nicht mehr angemessen. Der Durchschnitt der Bardividende der 30 DAX-Unternehmen liege in diesem Jahr bei unter 3 Prozent.

Hintergrund ist laut Kuck zum einen die traditionell hohe und weiter steigende Ausschüttungsquote von zuletzt 72 Prozent. Kuck verwies zum Vergleich abermals auf die Quoten der deutschen DAX-Unternehmen von durchschnittlich 41 Prozent. „Steigt die Ausschüttungsquote jedoch zu stark, verhindert das auf Dauer notwendige Investitionen in den Geschäftsbetrieb und die angemessene Stärkung der Rücklagen“, so Kuck. Vorsichtig sein will die Noweda aber auch, weil nicht klar sei, wie stark sich der Versandhandel in der Corona-Krise entwickeln werde: „Werden die Menschen dann ihre Arzneimittel weiterhin vor allem in der Apotheke beziehen?“, fragt sich Kuck auch mit Blick auf die Aktivitäten von Amazon. Wenn man eine schwarze Wolkenwand zusegele, sei nicht der Moment, die Liegestühle an Deck zu holen, sondern das Schiff sturmfest zu machen.

Ein weiteres Risiko sieht er in der AvP-Insolvenz: Im Durchschnitt schuldet das insolvente Rechenzentrum den betroffenen Apotheken 120.000 Euro. Bis Geld aus dem Insolvenzverfahren fließen, könne sich für betroffene Apotheken die Existenzfrage stellen. „In diesem Fall wären Auswirkungen auf die Lieferanten und damit auch auf die Noweda wahrscheinlich. Um es ganz klar zu sagen: In keinem Fall besteht ein existentielles Risiko für die Noweda. Wir müssen aber auch feststellen, dass eine genaue Quantifizierung möglicher Ausfälle aufgrund der nach wie vor ungeklärten Situation nicht möglich ist.“

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