Interview Dr. Hajo Schumacher

Apotheke: Clooney trifft Baumarkt-Erotik Alexander Müller, 23.02.2017 09:27 Uhr

Berlin - Dr. Hajo Schumacher mag die Bezeichnung Experte nicht. Als überdurchschnittlich informierten Verbraucher darf man den politischen Journalisten, Autor und passionierten Läufer aber vermutlich bezeichnen. Mit APOTHEKE ADHOC sprach er über die Bedeutung von Apotheken in seinem Leben und die neuen Anforderungen der digitalen Welt. Schumacher moderiert am 22. März in Berlin VISION.A, die Digitalkonferenz von APOTHEKE ADHOC mit Unterstützung der Apotheken Umschau.

ADHOC: Was verbinden Sie mit Apotheken?
SCHUMACHER: Ich bin ein klassischer Apothekengeher, kein Besteller. Das hat bei mir nichts mit dem Alter zu tun, ich mag einfach diese Erotik des Baumarkts in Apotheken. Man geht rein und will eigentlich nur Nasentropfen. Das tückisch angeordnete Sortiment verführt einen dazu, Dinge zu sehen, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt – geschweige denn, dass man sie braucht: Badezusätze, irgendwelche besonderen Hautcremes, Vitaminpräparate. Viele bunte, sinnlose Dinge – wie im Baumarkt. ADHOC: Und Sie kaufen?
SCHUMACHER: Das kommt auf meine Verfassung an. An einigen Tagen bin ich widerstandsfähiger, an anderen laufe ich sehenden Auges in den eigenen ökonomischen Untergang. Allein in meinem Viertel haben mindestens drei Apotheken eröffnet, seitdem wir dorthin gezogen sind. Und die leben alle von mir. Als passionierter Läufer benötige ich ja ständig irgendetwas, ob nun Schmerzmittel oder Bandagen oder Kühlpacks. Leider bin ich nur OTC-Kunde und muss alles selbst zahlen. Und alle meine Versuche, ohne Rezept an Epo zu gelangen, waren bislang nicht von Erfolg gekrönt. ADHOC: Fühlen Sie sich trotzdem gut beraten?
SCHUMACHER: Ja, seit Eckart von Hirschhausen weiß ich, dass der Placebo-Effekt genauso wichtig ist wie die eigentliche Wirkung. Allein durch den Kauf eines Produktes fühle ich mich gesünder, schon beim Verlassen der Apotheke. Der Vorteil in der Apotheke: Man hat sofort eine Bedürfnisbefriedigung. Anders als beim Arzt, wo man im Wartezimmer sitzen und immer erst ein Fachgespräch führen muss.

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