Graumarktgeschäfte

Das Bauernopfer schlägt zurück APOTHEKE ADHOC, 03.03.2014 15:19 Uhr

Berlin - Wenn alte Bündnisse zu Bruch gehen, wird es für alle Beteiligten schmerzhaft. Jahrelang hatten Sanofi und Klosterfrau Medikamente mit nahendem Verfalldatum über die Zwischenhändler MTI und Comas zu Niedrigpreisen in den Markt gebracht. Als die Sache aufzufliegen drohte, musste ein Bauernopfer gebracht werden. Sanofi stellte Strafanzeige gegen den ehemaligen Partner. Doch am Ende wendete sich das Blatt gegen den Konzern, der als großer Verlierer eine Millionenstrafe zahlen muss.

Wie der Spiegel vor drei Jahren berichtete, hatte eine Spezialabteilung bei Sanofi unter der Leitung von Erich Dambacher ab 2001 eine Art „Resterampe“ für die Pharmindustrie aufgezogen. Für bis zu 50 Prozent Rabatt lieferte die Branche Produkte mit kurzem Verfall; über den Pharmakonzern gelangte die Ware an deutsche Großhändler. Abgewickelt wurden die Geschäfte über die Firmen MTI und Comas aus Hamburg, die ansonsten mit Arzneimitteln nichts am Hut haben.

Nach offizieller Lesart waren die Präparate für Reedereien beziehungsweise einen Hilfsverein gedacht. Entsprechend gab es in den Lieferverträgen eine Zweckbindung; allerdings soll Sanofi nie einen Nachweis verlangt haben, wohin die Ware tatsächlich ging. Vielmehr wurde Wert darauf gelegt, dass es sich um in Deutschland verkehrsfähige Präparate handelte. Laut Spiegel summierten sich die Umsätze alleine zwischen 2006 und 2010 auf 245 Millionen Euro.

Doch dann drohte das Konstrukt ans Licht zu kommen. Sanofi ging in die Offensive und stellte im Juli 2010 Strafanzeige: MTI habe die zweckgebundene Ware nicht wie vertraglich vereinbart an eine Hilfsorganisation geliefert, sondern an deutsche Pharmagroßhändler verkauft, so der Vorwurf. Damit habe die Firma nicht nur Sanofi und den Hilfsverein betrogen, sondern außerdem öffentliche Hilfsgelder von Bundesministerien veruntre

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