Arzneimittelkriminalität

1A Pharma: Mauritius-Connection APOTHEKE ADHOC, 01.11.2016 15:23 Uhr

Berlin - Die Hexal-Tochter 1A Pharma ist Opfer krimineller Machenschaften geworden. Mindestens zwei Jahre lang wurde Ware von Pharmahändlern für den Export nach Sambia zu günstigen Preisen aufgekauft. Tatsächlich landete die Ware über Umwege wieder auf dem deutschen Markt. Dem Hersteller ist ein zweistelliger Millionenbetrag als Schaden entstanden. In Hamburg hat in dieser Woche der Prozess begonnen.

Zwischen Juli 2013 und November 2014 soll 1A Pharma mindestens 14-mal betrogen worden sein, außerdem gab es zwei Versuche, die letztendlich aber scheiterten. Unter Vortäuschung einer Weiterlieferung nach Sambia sollen Präparate im Gesamtwert von 13,6 Millionen Euro günstig erworben und unter Verschleierung des Lieferweges und der zugrunde liegenden Verkaufsgeschäfte in Deutschland zu deutlich erhöhten Preisen verkauft worden sein.

Zunächst wurden die Medikamente per Luftfracht nach Kapstadt geliefert. Von dort aus ging der größte Teil der Ware nicht ins Nachbarland, sondern nach Zürich. In den begleitenden Frachtpapieren wurde angegeben, dass die Arzneimittel anschließend nach Port Louis auf Mauritius transportiert werden sollten. Noch am Flughafen übernahm eine belgische Spedition die Arzneimittel, um sie zur Verschiffung nach Antwerpen zu transportieren.

Tatsächlich wurden die Arzneimittel in Antwerpen mit neuen Zollpapieren versehen, nach denen es sich nunmehr um aus der Schweiz stammende Ware handeln sollte. Hinweise auf die tatsächliche Herkunft ergaben sich aus diesen Unterlagen nicht mehr. Nun wurden die Arzneimittel tatsächlich zurück nach Hamburg gebracht, von wo aus sie schließlich nach Umverpackung in neutrale Versandkartons über Zwischenhändler an den Großhandel verkauft wurden.
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