Graumarktgeschäfte

Bestechung: Sanofi muss 28 Millionen Euro zahlen Carolin Bauer, 03.03.2014 12:37 Uhr aktualisiert am 03.03.2014 16:02 Uhr

Berlin - Der Handel mit rabattierten Kurzläufern im Graumarkt hat Sanofi eine Millionenstrafe gekostet: Gegen den Pharmakonzern wurde wegen Bestechung eine Geldstrafe von 28 Millionen Euro verhängt. Sanofi wurde im Mai 2013 als Nebenbeteiligter vom Amtsgericht Winsen (Luhe) verurteilt. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Ab 2001 hatten Sanofi und später auch Klosterfrau Medikamente mit nahendem Verfalldatum in den Graumarkt geschleust. 2010 kam es zum Bruch zwischen dem Pharmakonzern und einem seiner Zwischenhändler – die ehemaligen Partner setzten Staatsanwälte aufeinander an.

Das Problem: Nach offizieller Lesart waren die Präparate für Reedereien beziehungsweise einen Hilfsverein gedacht. Als das Konstrukt aufzufliegen drohte, versuchte Sanofi sich als Opfer zu inszenieren: Der Geschäftspartner habe nur als „Abwicklungshelfer“ agieren sollen und die Medikamente auf eigene Faust an deutsche Großhändler verkauft.

Dem Zwischenhändler zufolge wusste Sanofi bestens Bescheid; Strippenzieher sei die ganze Zeit über ein ehemaliger Mitarbeiter des Konzerns gewesen. Außerdem sei das Geschäft über einen Berater koordiniert worden, der von Sanofi umsatzabhängige Provisionen erhalten habe.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema