Nahrungsergänzungsmittel

Orthomol: Apotheker sitzt auf Osttimor-Ware

, Uhr
Berlin -

Kürzlich wollte Hans-Rudolf Diefenbach aus Offenbacher Rosen-Apotheke wie schon häufig praktiziert mehrere Packungen Orthomol Immun an seinen Großhändler Phoenix zurückgeben. Der verweigerte mit dem Verweis auf zu kurze Haltbarkeit die Retoure. Daraufhin versuchte Diefenbach sein Glück direkt beim Hersteller. Doch auch bei Orthomol blitzte der Ex-Vize des Hessischen Apothekerverbandes ab. Die Erklärung wunderte ihn allerdings: Es handelte sich um einen illegalen Reimport.

Die Orthomol-Packungen hatte Diefenbach wie üblich über Phoenix bezogen. Wie der illegale Import in seine Rosen-Apotheke gelangen konnte, lässt sich derzeit nicht aufklären: „Die Anfrage möchten wir nicht kommentieren“, teilte Phoenix schmallippig mit.

Wie der Deal gelaufen ist, beschreibt dagegen Orthomol: „Im letzten Jahr haben wir eine Bestellung aus Osttimor über verschiedene Produkte, unter anderem Orthomol Immun erhalten. Die Produkte wurden von unserem Spediteur umsatzsteuerfrei nach Singapur per Seefracht außerhalb der EU exportiert und waren damit per Deklaration nicht als EU-Reimport beziehungsweise für den deutschen Markt bestimmt“, so das Unternehmen.

Die Ware wurde später trotzdem über einen Importeur auf dem deutschen Markt angeboten. „Wir haben daraufhin umgehend den Großhandel informiert. Es wurde dringend empfohlen, bei entsprechenden Angeboten von einem Zwischenhändler die Herkunft der Ware zu hinterfragen.“

Laut Orthomol war über den 2D-Code eine „lückenlose Zuordnung der Ware möglich“. Dem Großhandel seien zudem die entsprechenden Chargennummern und auch die den einzelnen Produkten zugeordneten Barcodes zur Verfügung gestellt worden, „damit der Vertrieb der betroffenen Ware sofort eingestellt werden konnte“.

Darüber hinaus seien juristische Schritte eingeleitet und eine einstweilige Verfügung gegen den Importeur erwirkt worden. Orthomol: „Reimporte von unseren Produkten aus dem außereuropäischen Ausland hat es – bis auf diese Ausnahme – bisher nicht gegeben.“

Jetzt sitzt Diefenbach auf seinem illegalen Import und wird die Packung nicht wieder los. „Wir bitten um Verständnis, aber diese Ware wird von Orthomol nicht erstattet.“ Mehr noch: Orthomol schickte die Packung postwendend an Diefenbach zurück: „Die Packung erhalten Sie zu unserer Entlastung zurück.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Mehr zum Thema
Wechsel des Großhändlers
Elac: Phoenix ist ein „Thema“
Stellungnahme zum Medizinforschungsgesetz
MFG: Abda fordert Skonto-Freigabe
Neue AGB nach Skonto-Urteil
Phoenix: Neues Zahlungsziel sofort
Mehr aus Ressort
Apotheker rechnet Honorar vor
Neue pDL: 120 Euro, sonst Selbstausbeutung
„Das ist ja so lächerlich“
BIG schickt 4 Cent-Retax

APOTHEKE ADHOC Debatte