Graefe: Von AEP zu Trans-o-flex

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Berlin - Jens Graefe verlässt AEP – und heuert beim Logistikpartner Trans-o-flex an. Ab 1. Mai verstärkt er die Geschäftsführung bei dem auf die Branchen Pharma, Kosmetik und andere sensible Güter spezialisierten Expressdienstleister, der auch die Auslieferung für AEP übernimmt.

Graefe übernimmt die neu geschaffene Position des Geschäftsführers Business Development. „Trans-o-flex hat sein Wachstumspotenzial noch längst nicht ausgeschöpft“, sagt CEO Wolfgang P. Albeck. „Mit der Ernennung von Graefe schaffen wir im Management die Voraussetzungen für das weitere Unternehmenswachstum.“ Laut Albeck soll Graefe gezielt weitere Marktnischen für Trans-o-flex erschließen. „Es geht nicht darum, dass wir unsere Branchenspezialisierung verwässern und ein Paketdienst für alles werden“, betont Albeck. „Vielmehr wollen wir unsere bewährten Spezialkompetenzen nutzen, um mit unserer Kernkundschaft sowie in angrenzenden Bereichen profitable Wachstumspotenziale zu erschließen.“

„Trans-o-flex beweist jeden Tag, wie leistungsfähig das Netzwerk ist und hat sich in den letzten drei Jahren extrem positiv entwickelt“, sagt Graefe, der als AEP-Geschäftsführer seit jeher die Ware aus dem Zentrallager über den Logistiker ausliefern ließ. „Deshalb freue ich mich auf die Möglichkeit, die zahlreichen Stärken dieses Unternehmens auch für weitere Bereiche nutzbar zu machen und damit die Position von trans-o-flex im deutschen und europäischen Markt weiter auszubauen.“

Der 53-jährige Betriebswirt hatte AEP 2013 aufgebaut, seinerzeit zusammen mit Markus Eckermann, der schon 2017 ausgeschieden ist. Nach dem Studium in Edinburgh und Glasgow hatte er seine Karriere bei der Unternehmensberatung A.T. Kearney begonnen. Bei Angermann und der HSH Nordbank war er im M&A-Bereich aktiv, in dieser Funktion kam er 2006 zu Celesio, wo er später auch für das zugekaufte Brasiliengeschäft verantwortlich war. In Stuttgart wurde auch die Idee von AEP geboren, doch am Ende war es die Österreichische Post, die über Trans-o-flex am deutschen Markt bereits aktiv war und im Großhandel Fuß fassen wollte. Doch die Rechnung ging nicht auf: 2016 verkaufte der Konzern den Logistikdienstleister an das Familienunternehmen Schoeller/Amberger.

Das Weinheimer Unternehmen ist unter anderem auf den Transport sensibler Arzneimittel spezialisiert, Kunden des Tochterunternehmens Thermomed können zwischen Transporten mit aktiver Temperaturführung im Bereich von 2 bis 8 Grad oder 15 bis 25 Grad wählen. Die Arzneimittel werden nach den EU-Regeln für den Parmatransport befördert. Vor einem Jahr hatte Trans-o-flex bekannt gegeben, mehrere Millionen Euro in die Anschaffung von 81 Trailern mit zertifiziertem Pharmastandard investiert zu haben.

Als Pharmalogistiker liegt das Unternehmen zwar mit Markanteil von 70 Prozent unangefochten vorn. Doch die Idee, Trans-o-flex auch noch zum Paketdienst zu machen, ging nicht auf. Statt Geld zu bringen, verschlang das Kerngeschäft Millionen. Rund drei Viertel der Erlöse werden im Expressdienst generiert, etwas weniger als 20 Prozent entfallen auf Thermomed. Der Rest verteilt sich auf zeitgeführte Lieferungen und Lagerhaltung/Logistik.

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