Kosmetikhersteller

Dr. Wolff zieht Corona-Bilanz: Apotheke wird wichtiger

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Berlin -

Der Kosmetikhersteller Dr. Wolff hat seine Jahreszahlen für 2019 vorgelegt – und in dem Zusammenhang eine Bilanz der Corona-Krise gezogen: Im ersten Quartal zog vor allem das Apothekengeschäft an – während andere Bereiche einen Einbruch erlebten.

Insgesamt verzeichnete die Gruppe aus Bielefeld im ersten Quartal einen Umsatzanstieg um 7 Prozent auf 88 Millionen Euro. Das Plus resultiert nach Unternehmensangaben primär aus Hamsterkäufen und dem Launch des Handdesinfektionsmittel unter der Marke Linolasept.

Auffällig: Die positiven Sondereffekte waren ausschließlich im deutschen Markt zu sehen, wo der Umsatz um 10 Prozent auf 68 Millionen Euro anzog. Das Auslandsgeschäft war dagegen wegen Corona um 4 Prozent rückläufig und lag bei 19 Millionen Euro.

Besonders stark um 12 Prozent wuchs das Dermageschäft unter der Marke Linola, aber auch Plantur und die Gynäkologika der Marke Vagisan legten um 11 Prozent zu. Selbst im Bereich der Mundhygiene (Biorepair, Karex) war ein Wachstum von 7 Prozent zu verzeichnen.

Alpecin wuchs nur leicht um 2 Prozent; hier fehlten vor allem internationale Konsumenten . Wegen der Friseurschließungen brach das Geschäft bei Alcina ab März ein und lag im ersten Quartal insgesamt 1 Prozent unter Vorjahresniveau.

Allmählich will man in Bielefeld wieder zum Normalzustand zurückkehren und beispielsweise die Mitarbeiter zumindest teilweise wieder zurück ins Büro holen. Zum 1. August sollen außerdem elf neue Auszubildende starten – neue Ausbildungsplätze sollen verstärkt für den Bereich eCommerce und Digitales geschaffen werden. Klar ist für das Management um Eduard R. Dörrenberg, Christoph Harras-Wolff und Dr. Christian Mestwerdt aber auch, dass einige Prozesse in Zukunft anders aufgestellt werden: „Nach Corona ist nicht vor Corona“, so die Maxime.

Schon 2019 hatte sich bei Dr. Wolff die Division Pharma (Dr. August Wolff) besser entwickelt als die Division Kosmetik (Dr. Kurt Wolff): Der Umsatz mit Gesundheitsprodukten legte um 4 Prozent auf 90 Millionen Euro zu, damit entfallen 29 Prozent auf diese Sparte. Der Bereich Gynäkologika (Vagisan) legte dabei um 11 Prozent auf 35 Millionen Euro zu, während die Dermatika mit 50 Millionen Euro noch um 1 Prozent rückläufig waren.

Im Kosmetikbereich lagen die Umsätze 2019 mit 224 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Alpecin wuchs um 1 Prozent auf 85 Millionen Euro, Plantur um 3 Prozent auf 66 Millionen Euro. Biorepair und Karex stagnierten bei 25 Millionen Euro, Alcina lag mit 44 Millionen Euro 1 Prozent unter Vorjahr.

Vom Gesamtumsatz von 313 Millionen Euro entfielen wie im Vorjahr 242 Millionen Euro auf Deutschland, 72 Millionen Euro trug das Auslandsgeschäft bei (plus 7 Prozent).

Aktuell steht bei Dr. Wolff ein Großprojekt an: Der Hersteller will eine Glycopyrroniumbromid-Creme zur Behandlung von Hyperhidrose auf den Markt bringen – das Dermatikum hat die Phase-IIIa erfolgreich erreicht und steht kurz vor der Zulassung.

 

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