20 Cent mehr je Paket

DocMorris: Zuzahlungserlass wirkt Wunder

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Berlin -

Ab dem kommenden Jahr steigen die Zuzahlungen für die Versicherten deutlich. DocMorris sieht schon jetzt ein höheres Bewusstsein dafür bei den Patientinnen und Patienten – und will dieses nutzen, um das Rx-Geschäft auszubauen. Höhere Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme der Eigenbeteiligung können aus Sicht des Managements leicht gegenfinanziert werden.

DocMorris will seinen Kundinnen und Kunden auf absehbare Zeit weiter die Zuzahlung erlassen. Zwar steigen dadurch die Kosten, dies sei jedoch zu vernachlässigen, sagt CEO Walter Hess. Denn ungleich stärker fielen die Einsparungen bei anderen Marketingmaßnahmen ins Gewicht. So habe man seit der Wiedereinführung der Rx-Boni die Akquisitionskosten im Verlauf des vergangenen Jahres deutlich senken können. Heißt: Der Zuzahlungserlass kostet den Versender weniger als Kampagnen zur Kundengewinnung.

Hess verweist auch auf das höhere Fixum, das Rückenwind für das eigene Geschäft sei.

Auch 2027 werde man daher so arbeiten können, dass man auf dem Weg zur Profitabilität weiter vorankomme, ergänzt Finanzchef Daniel Wüest. Auch im OTC-Segment setze man nicht mehr auf Schnäppchenangebote, an denen man nichts verdiene. Wie es hier weitergehe, werde das dritte Quartal zeigen; die letzten drei Monate seien Selbstläufer, so Wüest. Mindestens einstellig mit dem Markt werde man jedenfalls weiter wachsen.

Hess zeigte auf, dass Kundinnen und Kunden, denen die Zuzahlung erlassen wird, eine viel schnellere Bindung entwickelten – nämlich 4,5-mal so schnell wie bei Papier- und doppelt so schnell wie bei E-Rezepten ohne Incentivierung. Der Warenkorb liege schon jetzt mit 127 Euro höher als im Vorjahr (119 Euro).

Insgesamt würden pro Rezepteinlösung statistisch 101 Euro umgesetzt, verglichen mit 38 Euro pro reiner OTC-Bestellung. Rx-Kunden lösten 4,1 Aufträge pro Jahr aus statt 2 bei OTC-Kunden.

Allerdings muss DocMorris laut Hess pro Auslieferung bald 20 Cent mehr zahlen, im Wesentlichen wegen der gesetzlichen Vorgabe, dass der Empfang quittiert werden muss. Aber hier habe man mit den Logistikdienstleistern bereits entsprechende Verträge geschlossen, sodass keine Überraschungen zu erwarten seien.

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