Ungleiche Versender-Regeln

Laumann besucht Tenberken

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Berlin -

Über die aktuelle Lage der Apotheken sprach Erik Tenberken, Inhaber der Birken-Apotheke in Köln, heute mit dem NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Wir wollten dem Minister zeigen, dass viele politische und regulatorische Entscheidungen ganz konkrete Auswirkungen auf die tägliche Versorgung unserer Patientinnen und Patienten haben“, so Tenberken nach dem Besuch.

Tenberken erklärte Laumann und dem ebenfalls anwesenden Kölner Landtagsabgeordneten Florian Braun, wo es im Versorgungsalltag ruckelt. Der Inhaber machte aber auch deutlich, dass Apotheken bereit seien, zusätzliche Verantwortung in der Gesundheitsversorgung zu übernehmen. Dabei würden Bürokratie, technische Vorgaben und der wirtschaftliche Druck zusätzlich belasten. „Apotheken brauchen Rahmenbedingungen, die eine sichere Versorgung ermöglichen und gleichzeitig praktikabel und wirtschaftlich tragfähig sind“, betonte Tenberken.

Daher ging es unter anderem intensiv um die ungleichen Wettbewerbsbedingungen im Rx-Versandhandel. Tenberken betreibt mit fliegende-pillen.de selbst eine der größten deutschen Versandapotheken. Gegen Shop Apotheke und DocMorris komme er aufgrund von deren Bonus- und Rabattmodelle aber kaum an. Hier brauche es dringend gleiche Bedingungen für alle Apotheken, die deutsche Patient:innen versorgen. Auch die Kontrolle der Versandbedingungen sollte gleichen Maßstäben folgen.

Tenberken berichtete über die aktuellen Herausforderungen im Apothekenalltag und sprach auch die unterschiedlichen Bedingungen für Versender an. Foto: Birken-Apotheke Köln

Laumann sei es hierbei besonders um die Stärkung der deutschen mittelständischen Apothekenbetriebe durch faire Bedingungen gegangen. Auch das geplante Comeback der Zyto-Ausschreibungen war Thema beim Termin. Tenberken warnte davor, regional gewachsene Strukturen zwischen spezialisierten Apotheken und onkologischen Praxen durch Ausschreibungsmodelle zu gefährden. Kurze Wege, eingespielte Abläufe und Versorgungssicherheit seien in der Zyto-Versorgung von besonderer Bedeutung – ein Punkt, den auch Laumann so sieht.

Beim Besuch in der Birken-Apotheke ging es zudem um die Stabilität der Telematikinfrastruktur, die anhaltenden Lieferengpässe sowie die Retaxationen. Bei Letzteren müsse die Verhältnismäßigkeit stärker in den Mittelpunkt gestellt werden, meinte Tenberken. Formale Abweichungen bei korrekter Versorgung dürften nicht zum finanziellen Nachteil der Apotheken werden.

„Die Apotheke vor Ort ist weit mehr als eine Abgabestelle für Arzneimittel“, betonte Tenberken. „Wir lösen Lieferprobleme, stellen individuelle Arzneimittel her, sichern komplexe Therapien ab, versorgen Pflegeeinrichtungen und beraten täglich Menschen mit ganz unterschiedlichen gesundheitlichen Problemen. Wenn diese Strukturen erhalten bleiben sollen, müssen Bürokratie, Vergütung und technische Vorgaben wieder stärker an der Realität der Versorgung ausgerichtet werden.“

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