Im Rahmen einer KI-Offensive streicht DocMorris erneut 100 Stellen, parallel fallen mit der Schließung des Standorts in Ludwigshafen noch einmal so viele Jobs weg. Bereits in den vergangenen Jahren hat der Versender massiv Personal abgebaut.
Insgesamt beschäftigt DocMorris in Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Portugal und der Schweiz knapp 1600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu zählen zum 31. Dezember exakt 1097 Vollzeit- sowie 479 Teilzeitstellen. Umgerechnet entspricht dies 1418 Vollzeitäquivalenten (FTE). Zum Vergleich: In den beiden Vorjahren lag die Zahl auf ähnlichem Niveau.
2022 wurden allerdings noch 1865 FTE genannt, und zwar bereinigt um die verkauften Aktivitäten in der Schweiz. Zuvor waren sogar 2283 FTE ausgewiesen worden – der bisherige Rekordwert.
Jede vierte Stelle war demnach also im Zuge des konzernweiten Sparprogramms aus dem Jahr 2023 weggefallen.
Jetzt werden im Rahmen der KI-Offensive weitere 100 FTE gestrichen. Parallel fallen 100 Arbeitsplätze in Deutschland weg: Ende Juni schließt DocMorris den Standort von Medpex in Ludwigshafen. Die Logistik wird in die hochautomatisierte Anlage am Standort Heerlen integriert. Den von der Schließung betroffenen Mitarbeitern wurden Abfindungsangebote unterbreitet. Ähnlich war es in den vergangenen Jahren in Halle/Saale (Zur Rose), Bremen (Eurapon) und Hamburg (Apo-Rot) gelaufen: Der Konzern hatte diese Versender für viel Geld gekauft und deren Niederlassungen dann dichtgemacht.
Zieht man diese aktuell gestrichenen rund 200 Stellen ab, ist bei DocMorris seit 2022 sogar jeder dritte Job dem Rotstift zum Opfer gefallen.
Von den 1576 Mitarbeitenden sind übrigens 715 gewerkschaftlich organisiert. 301 Angestellte erhielten 2025 einen Bonus, außerdem gibt es Aktienprogramme. 303 Stellen wurden im Laufe des vergangenen Jahres neu besetzt; die Fluktuation lag bei 19 Prozent und damit höher als im Vorjahr (16 Prozent).
Die Hälfte der Mitarbeitenden sind Frauen, allerdings liegt die Quote unter den Teilzeitkräften mit 69 Prozent deutlich höher als unter den Vollzeitkräften (41 Prozent). Auch im Management und in Führungspositionen sind Frauen unterrepräsentiert. 14 Prozent der Angestellten sind unter 30 Jahre alt, 21 Prozent älter als 50 Jahre. 35 Betriebsunfälle und 24.699 Krankheitstage wurden gezählt.
Zu den Mitarbeitenden kommen übrigens 145 befristete Verträge sowie 127 freie Mitarbeiter, Berater und Zeitarbeitskräfte hinzu. Beide Zahlen sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Leiharbeiter sollen langfristig nur noch für kurzfristige Spitzenphasen eingesetzt werden. Im vergangenen Jahr wurden 59 Logistikmitarbeiter aus der Leiharbeit übernommen.