KI statt Köpfe: DocMorris will Prozesse optimieren und automatisieren und 100 Vollzeitstellen abbauen. Einmalkosten in Höhe von fünf Millionen Schweizer Franken sollen bereits ab dem zweiten Halbjahr positive Ergebniseffekte gegenüber stehen. Insgesamt sind Effizienzgewinne von mindestens 15 Millionen Franken pro Jahr anvisiert. Noch einmal so viele Stellen werden gerade im Zusammenhang mit der Schließung des Standorts in Ludwigshafen abgebaut.
Um die Skalierbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, beschleunigt die Gruppe nach eigenen Angaben die „Umsetzung ihrer operativen Effizienz“. Der Versender erklärt: „Indem Arbeitsprozesse in sämtlichen Unternehmensbereichen gezielt durch den Einsatz von KI optimiert und automatisiert werden, wird die Kostenbasis signifikant und nachhaltig reduziert.“
Im Zuge dieser „strukturellen Optimierungen“ setze man den Abbau von gruppenweit rund 100 Vollzeitstellen (FTE) um. Die lokalen gesetzlichen Verfahren würden unverzüglich eingeleitet. DocMorris werde die betroffenen Mitarbeitenden während dieses Übergangs unterstützen und entsprechende Abfindungspakete anbieten.
Man investiere gezielt in jene Kernkompetenzen, die die Zukunft des Unternehmens in der Gesundheitsbranche prägen. Durch den Einsatz von KI und Agentic AI-Tools würden Kapazitäten freigelegt, um Ressourcen verstärkt für kundennahe Services und Innovationen zu nutzen. „Unverändert im Zentrum der Plattformstrategie stehen dabei die bewährten Säulen für die Kunden: Online-Apotheke, Telemedizin, Retail Media, Marktplatz sowie der KI-Gesundheitsassistent.“
CEO Walter Hess sagt dazu: „Die Technologie erlaubt es uns heute, Arbeitsabläufe in allen Unternehmensbereichen noch weiter zu optimieren und durch konsequente Automatisierung effizienter zu gestalten. Zusammen mit der kürzlich abgeschlossenen Konzentration auf den Logistikstandort Heerlen bildet diese Initiative einen weiteren systemischen Schritt zur Steigerung der Profitabilität. Wir werden diesen Prozess sozialverantwortlich gestalten und die betroffenen Mitarbeitenden mit gezielten Maßnahmen bestmöglich unterstützen.“
Für die Umsetzung dieser Maßnahmen fallen im laufenden Quartal einmalige, außerordentliche Kosten in Höhe von fünf Millionen Franken an, die bereits im zweiten Halbjahr einen positiven Effekt auf das bereinigte operative Ergebnis haben sollen. Diesen Einmalaufwendungen stehen laut Ankündigung voll umgesetzt ab Ende 2027 wiederkehrende Kosteneinsparungen von jährlich mindestens 15 Millionen Franken gegenüber. Diese Einsparungen würden zu 100 Prozent Cashflow- und zu einem Großteil Ebitda-wirksam sein.
CFO Daniel Wüest ergänzt: „Mit den angekündigten Effizienzsteigerungen stärken wir die kostenseitigen und organisatorischen Voraussetzungen für das geplante profitable Wachstum in den kommenden Jahren zusätzlich.“
Zur Einordnung: Insgesamt beschäftigt der Konzern in Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Portugal und der Schweiz rund 1600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hinzu kommen Zeitarbeitskräfte, die langfristig aber nur noch für kurzfristige Spitzenphasen eingesetzt werden sollen.
Allerdings fallen gerade an anderer Stelle noch einmal 100 Arbeitsplätze weg: Ende Juni schließt DocMorris den Standort von Medpex in Ludwigshafen. Die Logistik wird in die hochautomatisierte Anlage am Standort Heerlen integriert. Den rund 100 von der Schließung betroffenen Mitarbeitern werden Abfindungsangebote unterbreitet. In diesem Zusammenhang fallen ebenfalls einmalige, außerordentliche Kosten von drei bis vier Millionen Euro an. Ab 2027 soll es dadurch zu einer nachhaltigen, jährlichen Ebitda-Verbesserung von mehr als zwei Millionen Euro kommen.
Parallel lässt das Management durchblicken, dass sich die Umsatzentwicklung im zweiten Quartal, insbesondere bei rezeptpflichtigen Medikamenten (Rx) und digitalen Services, gegenüber dem ersten Quartal weiter beschleunige. Weitere Informationen dazu werde man am 15. Juli veröffentlichen. Das Halbjahresergebnis sowie einen Ausblick werde man am 19. August kommunizieren.
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