53 Millionen Franken Verlust

DocMorris verdoppelt Rx-Prognose

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Berlin -

Das erste Halbjahr beflügelt die Fantasie bei DocMorris: Für das Gesamtjahr geht der Vorstand jetzt von einem Rx-Wachstum von rund 40 Prozent aus – doppelt so viel wie bislang angepeilt.

„Unsere Umsatzdynamik und unsere operative Effizienz haben im ersten Halbjahr 2026 in allen Bereichen klar zugelegt“, sagt CEO Walter Hess. „Besonders erfreulich sind das Rx-Wachstum mit starker Neukundengewinnung sowie der Zuwachs bei den Digital Services im ersten Halbjahr. Diese positive Entwicklung erlaubt es, die Spanne unserer Umsatz- und adjustierten Ebitda-Prognose für das Gesamtjahr zu erhöhen.“

Der Außenumsatz ist im ersten Halbjahr um 10 Prozent auf 628 Millionen Schweizer Franken gestiegen, ohne Währungseffekte hätte das Plus bei 12,5 Prozent gelegen. Der tatsächlich konsolidierte Umsatz legte um 11 Prozent auf 599 Millionen Franken zu.

Der Löwenanteil entfällt mit 594 beziehungsweise 565 Millionen Franken auf Deutschland. Davon betrafen 148 Millionen Franken den Rx-Bereich (plus 35 Prozent) und 446 Millionen Franken den OTC-Bereich sowie Erlöse aus dem Bereich digitale Services wie Teleclinic und Werbung.

Rx soll weiter zulegen

Eine Steigerung des Rx-Umsatzes um 40 Prozent würde einen Gesamtumsatz von 329 Millionen Franken bedeuten. Demnach müsste DocMorris im zweiten Halbjahr also noch 181 Millionen Franken umsetzen. Vor allem mit dem zweiten Quartal war das Management zufrieden, denn hier wuchsen die Rx-Erlöse um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für das laufende Jahr erwartet das Management nun ein Wachstum beim Außenumsatzwachstum um 9 bis 13 Prozent, bislang war ein mittlerer einstelliger bis unterer Zehner-Prozentbereich angepeilt worden. Das bereinigte Ebitda soll im Gesamtjahr auf dem Niveau des ersten Halbjahres liegen, vorher war ein Verlust von bis zu 25 Millionen Franken in Aussicht gesetllt worden.

Der Außenumsatz soll also von 11,9 auf 1,29 bis 1,34 Milliarden Franken steigen. Das bedeutet allerdings auch, dass Wachstum fast ausschließlich im Rx-Bereich generiert wird. Im OTC-Bereich wäre dann rein rechnerisch nur ein Umsatz auf Vorjahresniveau drin oder maximal ein Plus von rund 7 Prozent.

Tief in der Verlustzone

Auch konnten im ersten Halbjahr die Verluste auf Ebene des operativen Ergebnisses eingedämmt werden, und zwar von 18 auf 11 Millionen Franken. „Dazu beigetragen haben eine weitere Verbesserung der Marketingeffizienz im Rx-Bereich sowie gestiegene Ergebnisbeiträge bei den Digital Services“, so Finanzvorstand Daniel Wüest. „Das im ersten Halbjahr erzielte Ergebnis sowie die ersten Wochen des dritten Quartals geben uns zusätzlichen Komfort, in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 den Ebitda-Breakeven zu erreichen.“

Allerdings dürfen die Prognosen nicht darüber hinwegtäuschen, dass DocMorris nach wie vor tief in der Verlustzone operiert: Unter dem Strich stand im ersten Halbjahr ein Verlust von 53 Millionen Franken, nach 62 Millionen Franken im Vorjahr. Zu Buche schlugen etwa außerordentliche Kosten von knapp 8 Millionen Euro unter anderem für die Umsetzung der AI-First-Strategie und die Schließung des Standorts Ludwigshafen. Außerdem mussten 21 Millionen Franken abgeschrieben und 11 Millionen Franken als Zinsen für Schulden bezahlt werden.

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