Deal mit Henlius

Sandoz sichert sich zehn Biosimilars

, Uhr
Berlin -

Sandoz hat eine umfassende Kooperationsvereinbarung mit Shanghai Henlius Biotech geschlossen. Es geht um die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von bis zu zehn Biosimilars, wobei ein erstes Paket an Produkten bereits festgelegt wurde: Die anfängliche Vereinbarung umfasst Cetuximab, Evolocumab und Belimumab sowie eine Option auf rekombinante humane Hyaluronidase.

Im Rahmen der strategischen Kooperation erhält Sandoz die weltweiten Vermarktungsrechte für die vereinbarten Biosimilars außerhalb Chinas, während Henlius für Entwicklung und Herstellung verantwortlich ist. Die Vereinbarung auf der bestehenden Zusammenarbeit auf, die erstmals im April 2025 durch einen globalen Kooperationsvertrag für die Krebstherapie Ipilimumab begründet wurde.

Der Deal hat ein Gesamtvolumen von bis zu 322 Millionen US-Dollar; für den Großteil davon sind Meilensteinenzahlungen vorgesehen. Kurzfristige Zahlungen im Zusammenhang mit den ersten Produkten könnten bis zu 100,5 Millionen Dollar erreichen.

Sandoz baut damit seine Pipeline auf 39 Biosimilars aus, perspektivisch könnten es bis zu 46 werden. Der Konzern ist im Bereich der Biosimilars nach eigenen Angaben bereits Weltmarktführer mit einem Portfolio von 13 Molekülen, die in fast 100 Ländern erhältlich sind.

„Durch die Vertiefung unserer Zusammenarbeit mit Henlius mittels dieser strategischen Vereinbarung – einer der größten im Biosimilar-Bereich für uns bisher – unterstreichen wir nicht nur unser Engagement für Patienten, sondern machen auch einen weiteren Schritt, um einen bedeutenden Anteil an der bevorstehenden, beispiellosen Marktchance für Biosimilars zu sichern“, so Sandoz-CEO Richard Saynor.

Mehrere Blockbuster

Eines der ersten Produkte im Rahmen der Vereinbarung ist ein geplantes Cetuximab-Biosimilar, das sich derzeit in der klinischen Entwicklung befindet. Das Referenzarzneimittel Erbitux ist eine auf den Rezeptor für den epidermalen Wachstumsfaktor (EGFR) ausgerichtete Krebstherapie zur Behandlung ausgewählter Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom sowie Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich. Das kolorektale Karzinom ist weltweit die dritthäufigste Krebsdiagnose und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Jüngsten Schätzungen zufolge werden jährlich fast eine Million neue Fälle von Kopf-Hals-Tumoren gemeldet.

Darüber hinaus umfasst die Zusammenarbeit ein geplantes Evolocumab-Biosimilar zur Anwendung bei Patienten mit Hypercholesterinämie sowie zur Senkung des Risikos schwerer kardiovaskulärer Ereignisse bei Erwachsenen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko. Zudem ist ein geplantes Belimumab-Biosimilar Teil der Vereinbarung; dieses ist für die Behandlung von aktivem systemischem Lupus erythematodes bei Erwachsenen und Kindern sowie von aktiver Lupusnephritis bei geeigneten Patienten – ergänzend zur Standardtherapie – vorgesehen.

Schließlich besteht eine Option auf eine rekombinante humane Hyaluronidase für die Entwicklung eines subkutan verabreichten Biosimilars; dieses Enzym verbessert die Verteilung und Aufnahme anderer injizierter Arzneimittel. Das geplante Evolocumab-Biosimilar und die rekombinante humane Hyaluronidase befinden sich in der technischen Entwicklung, während sich das Belimumab-Projekt in einem frühen Entwicklungsstadium befindet.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte