Appell an Politik

Preis: Zuzahlungs-Boni sind „destruktiv und negativ“

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Berlin -

Auf dem Sommerempfang des Apothekerverbands Nordrhein (AVNR) warnte Verbands- und Abda-Chef Thomas Preis erneut vor der Bevorteilung von Versendern. Nachdem jahrelang gegen Rx-Boni gekämpft wurde, sieht sich die Apothekerschaft nun mit dem Erlass von Zuzahlungen konfrontiert, die die Versender seit der Ankündigung der Erhöhung zum kommenden Jahr forcieren. „Was aktuell im Bereich Versandhandel stattfindet, darf nicht zum neuen Normalzustand werden“, mahnt Preis.

„Mit großer Sorge beobachten wir die zunehmende Praxis ausländischer Versandhändler, gesetzlich vorgeschriebene Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht zu erheben und mit einem solchen Verzicht aktiv zu werben, vielmehr ungestraft werben zu dürfen“, sagte Preis am Mittwoch beim Empfang.

„Was aktuell im Bereich Versandhandel stattfindet, darf nicht zum neuen Normalzustand werden. Die sehr gut funktionierende Arzneimittelversorgung in Deutschland ist keine Selbstverständlichkeit. Sie darf nicht länger von Marktteilnehmern aus dem Ausland destruktiv und negativ beeinträchtigt werden“, macht der Abda-Chef deutlich.

Er fordert die Bundesregierung auf, „jetzt hier und unmittelbar aktiv einzugreifen“. Wie dringend das Thema ist, zeigten auch zahlreiche Anträge beim Deutschen Apothekertag (DAT), die sich „mit der brandgefährlichen Versandhandelsproblematik beschäftigen“, heißt es vom Verband.

Krisenresilienz stärken

Das Grußwort beim Sommerempfang sprach mit Oberstapotheker Peter Marth erstmalig ein Vertreter des Kommandos Gesundheitsversorgung der Bundeswehr. Er appellierte anlässlich der steigenden Zahl an hybriden Angriffen an die gesamtgesellschaftliche Verantwortung zur Stärkung der Krisenresilienz.

„Apothekerinnen und Apotheker sorgen täglich dafür, dass Lieferengpässe keine Versorgungsengpässe werden“, so Marth. „Dass alle Arzneimittel verfügbar sind, ist Geschichte!“ Seien Lieferketten gestört, sei es die Stärke der öffentlichen Apotheken, mit ihrer fachlichen Kompetenz die Alternativen zu prüfen. „Apothekerinnen und Apotheker suchen und finden aktiv Lösungen, jeden Tag. Schon deshalb sind Apotheken Teil der kritischen Infrastruktur,“ so Marth weiter.

Hier gebe es eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung zur Stärkung der Krisenresilienz: „Wir müssen vorbereitet sein!“ Es gehe nicht darum, ob eine Krise komme. „Entscheidend ist, dass wir darauf vorbereitet sind, wenn es so weit ist“, forderte Marth.

Bei der Veranstaltung mit rund 100 Gäste aus dem Gesundheitsbereich waren Politiker, Vertreter des NRW-Gesundheitsministeriums, der Ärzteschaft, Krankenkassen, Krankenhäusern, des Pharmazeutischen Großhandels und der Arzneimittelhersteller dabei.

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