Wer einmal bei Shop Apotheke bestellt, wird regelmäßig an Nachkäufe erinnert. Das gilt auch für OTC-Arzneimittel wie Paracetamol.
Ende Juni hatte APOTHEKE ADHOC in der ersten größeren Hitzewelle bei Shop Apotheke zwei Bestellungen über Paracetamol-Zäpfchen aufgegeben; die Ware kam zwei Tage später mit Thermofolie und Kühlpad an.
Genau zwei Monate nach dem Testkauf kam Ende August die erste Erinnerungs-Mail. „Nur für Sie: Unsere Empfehlungen“, hieß es in dem Schreiben. „Wir haben Ihnen eine individuelle Auswahl an Produkten zusammengestellt. Entdecken Sie Ihre persönlichen Empfehlungen und sparen Sie 10 Prozent auf Ihren nächsten Einkauf.“ Als Mindestbestellwert für den Rabattcode wurden 49 Euro genannt.
Sonderlich individuell waren die Empfehlungen nicht: Präsentiert wurden Paracetamol-Zäpfchen in unterschiedlichen Dosierungen und von unterschiedlichen Anbietern, außerdem Paracetamol-Tabletten.
Nur eine Woche später kam die nächste Mail an mit „persönlichen Empfehlungen“. Angeboten wurden exakt dieselben Produkte wie im vorherigen Mailing, nur das Anschreiben unterschied sich: „Für Ihre persönliche Gesundheit haben wir Ihnen eine individuelle Auswahl an Produkten zusammengestellt. Finden Sie schneller genau das Richtige für Ihr Wohlergehen. Entdecken Sie unsere Empfehlungen aus freiverkäuflichen Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, Beauty & Pflegeprodukten und Angeboten für Tierwohl, Sanitätshausartikel und einen gesunden Lifestyle.“ Diesmal gab es einen Gutscheincode über 5 Euro, gültig ab 55 Euro.
Eigentlich darf Werbung im Arzneimittelbereich keiner unzweckmäßigen oder übermäßigen Verwendung von Medikamenten Vorschub leisten. Deswegen sind laut Europäischem Gerichtshof (EuGH) auch Rx-Boni unzulässig, wenn diese beim Kauf von OTC-Medikamenten eingelöst werden können. Doch die Regelung ist unscharf formuliert, sodass der Markt weiter seine Blüten treibt.