Beim Deutschen Apothekertag (DAT) geht es auch um die zunehmende Bedrohung von Apotheken und Patienten durch Internetkriminalität. Ein Antrag fordert eine Sanktionierung von Deepfakes, mit denen Apothekerinnen und Apotheker dargestellt werden. Beim APOTHEKE LIVE heute ab 20 Uhr wird in prominenter Runde ebenfalls über das Thema diskutiert.
Die Bundesregierung soll sich im Rahmen laufender und künftiger Gesetzgebungsverfahren für gesetzliche Regelungen gegen Deepfakes im Gesundheitswesen einsetzen, heißt es in dem Antrag der Landesapothekerkammer Thüringen (LAKT). Nicht nur sollen die Erstellung und Verbreitung von KI-generierten Deepfakes realer Personen ohne deren ausdrückliche Einwilligung grundsätzlich verboten werden. Insbesondere sollen Deepfakes im Gesundheitswesen als besondere Gefährdung des Patientenschutzes und des Vertrauens in Heilberufe gesetzlich ausdrücklich berücksichtigt werden.
So soll die missbräuchliche Nutzung von Abbildungen, Stimmen oder Identitäten von Apotheker:innen, Ärzt:innen und anderen Gesundheitsberufen zu Werbe-, Täuschungs- oder Betrugszwecken wirksam sanktioniert werden. Die großen Plattformbetreiber sollen verpflichtet werden, wirksame Erkennungs- und Meldestrukturen vorzuhalten und entsprechende Inhalte schnell zu entfernen.
Deepfake-Technologien entwickelten sich mit hoher Geschwindigkeit und ermöglichten inzwischen täuschend echte Video-, Bild- und Audiofälschungen, heißt es zur Begründung. „Bereits heute werden gefälschte Inhalte genutzt, um mit vermeintlichen Empfehlungen von Ärzt:innen oder Apotheker:innen für dubiose Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel oder Gesundheitsprodukte zu werben.“
Dadurch entstehe eine erhebliche Gefahr für Patient:innen sowie für das Vertrauen in Heilberufe insgesamt. „Apotheker:innen genießen in der Bevölkerung ein besonderes Vertrauen. Dieses Vertrauensverhältnis ist eine zentrale Grundlage der Arzneimittelversorgung und Gesundheitsberatung in Deutschland.“
Deepfakes im Gesundheitswesen, in der Wissenschaftskommunikation sowie im politischen Raum könnten erheblichen gesellschaftlichen Schaden verursachen und demokratische sowie gesundheitliche Strukturen untergraben. „Eine bloße Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte reicht angesichts der Dynamik sozialer Netzwerke und der zunehmenden Professionalität solcher Manipulationen nicht aus. Erforderlich sind klare gesetzliche Grenzen, wirksame Sanktionen und ein konsequenter Schutz realer Identitäten.“
Um das Thema Phishing-Mails und gefälschte Lieferantenrechnungen, aber auch Deepfakes prominenter Heilberufler geht es im APOTHEKE LIVE. Betroffene wie Dr. Eckart von Hirschhausen sowie Expertinnen und Experten aus den Apotheken teilen ihre Erfahrungen. Rechtsanwalt Dr. Morton Douglas und Matthias Weidemann von der Treuhand Hannover zeigen konkrete rechtliche sowie betriebliche Abwehrmaßnahmen für Ihren Apothekenalltag auf. Heute ab 20 Uhr – jetzt kostenfrei anmelden!
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