Keine Marge für Hochpreiser

Virion: Apotheker ärgert sich über Zahlungsfristen

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Berlin -

Die Apotheken sind von guten Geschäftsbeziehungen zu ihren Lieferanten abhängig. Doch nicht immer läuft es rund. Ein Inhaber kritisiert den Spezialgroßhändler Virion. Die Zahlungsbedingungen der auf den Vertrieb von Hochpreisern spezialisierten Phoenix-Tochter seien nicht praxistauglich. Sein Betrieb komme wegen der kurzen Fristen finanziell regelmäßig ans Limit.

Die Rahmenbedingungen für Apotheken seien schwierig, sagt der Apotheker, der namentlich nicht genannt werden will. Zu groß sei die Sorge, wegen Kritik an Virion seinen Lieferstatus zu verlieren und seine Stammkunden nicht mehr versorgen zu können.

Stammkunden mit Hochpreisern

Schon lange ist der Inhaber Kunde bei Virion. Zwei Patienten benötigten regelmäßig Präparate, die er dort beziehe. Doch angesichts der steigenden wirtschaftlichen Angespanntheit insbesondere bei der Versorgung mit hochpreisigen Arzneimitteln sei es zuletzt sehr schwierig geworden. „Ich muss die bestellten Artikel nach zwei Wochen bezahlen“, sagt er.

Würden die Kosten der Arzneimittel nach einer Woche beglichen, erhalte er 0,5 Prozent Skonto. „Das Problem ist, dass ich das Geld vom Rechenzentrum erst Wochen später erhalte und in die Vorfinanzierung gehen muss.“ Bei Uptravi (Selexipag) etwa fielen für drei Packungen mehr als 9000 Euro an. Die Marge werde komplett durch die Kontokorrentzinsen aufgezehrt.

Schlimmstenfalls kämen noch Überziehungszinsen dazu. Er verweist auch auf das Retaxrisiko, das man eingehe. Auch andere Apothekerinnen und Apotheker forderten bereits bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, um in diesem Segment mit großen ertragsstarken Apotheken mithalten zu können.

Virion sperrt Apotheker

Der Inhaber kam in der Vergangenheit in die Situation, dass er eine Rechnung zu spät gezahlt habe. „Ich wurde gesperrt und habe davon erst bei der nächsten Bestellung erfahren, nachdem nichts angekommen ist.“ Der Kontakt mit Verantwortlichen sei nicht möglich. Der Inhaber wollte um verlängerte Fristen bitten. „Die Firma ist nicht bereit, darüber mit mir zu sprechen. Andere sind da kulanter.“

Bei Virion will man sich dazu nicht äußern: „Wir äußern uns nicht zu konkreten Vertrags- und Geschäftsbeziehungen zu einzelnen Kunden“, sagt ein Phoenix-Sprecher auf Anfrage. Virion beliefert Apotheken von Hanau und Bruchsal aus mit Arzneimittel für die Schwerstkranken- und Krebstherapie.

Kontrahierungszwang für Apotheken

Der Apotheker betont: Ein Problem sei, dass seine beiden Patienten die Arzneimittel benötigten. „Eigentlich müsste ich sie angesichts der Konditionen wegschicken, aber das darf und will ich nicht. Aber ich rutsche jedes Mal in die Vorfinanzierung.“ Dazu komme, dass Hochpreiser vom Volumen her immer mehr würden. „Wir sind am Limit. Wenn sich die Leistungserbringer und Partner in so einer angespannten Situation noch selbst bekämpfen, kann man es eigentlich gleich lassen.“

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