Immer mehr E-Rezept-Bestellterminals fluten den Markt. Die Geräte stehen in Supermärkten, in Gemeindehäusern oder beim Bäcker. Die Broicherdorf-Apotheke holte ihr Terminal wieder zurück in die Offizin. Die Lage zwischen einem Münzautomaten und Topfpflanzen im Rewe konnte nicht überzeugen.
Gemeinsam mit dem Rewe vor Ort probierte Inhaberin Claudia Gerda Peters-Hinze aus, wie ein Rezept-Bestellterminal bei der Kundschaft ankommt. Das Gerät sei knapp ein Jahr in dem stark frequentierten Markt in Kaarst im Einsatz gewesen. Es sollte die Apotheke mit der Kundschaft des Supermarkts vernetzen. Angeboten wurde die Einlösung von E-Rezepten sowie die Prüfung der Verfügbarkeit in Echtzeit. Die Kundinnen und Kunden konnten sofort sehen, ob und wann die Arzneimittel bereitstünden.
Zur Abholung konnte der Weg in die Apotheke vor Ort oder eine Botendienstlieferung gewählt werden. Bezahlt wurde direkt am Terminal.
In das Terminal investierte die Inhaberin einen fünfstelligen Betrag, hinzu kommen laufende Servicegebühren. Die Investition sollte der Kundenbindung vor Ort zugute kommen und ein Zeichen gegen den Versandhandel darstellen. Nach der Inbetriebnahme im Rewe war auch eine Apothekenangestellte vor Ort, um die Technik zu erklären.
Doch das Terminal setzte sich in dem Rewe-Markt nicht durch. Es sei ohnehin nur als Pilotprojekt geplant gewesen, sagt Uwe Peters, der Mann der Inhaberin. Der Standort im Markt selbst sei nicht perfekt gewesen – trotz guter Frequenz. „Es stand neben einem Münzautomaten, der ständig benutzt wird. Dadurch war die Diskretion nur so halb gewährleistet. Die Lage war ungünstig.“ Die wirkliche Nutzung des Terminals für Verordnungen sei geringer als erwartet gewesen.
Zwischenzeitlich wurde versucht, das Terminal zu verkaufen. Doch dann entschied sich das Paar, das Gerät für die Apotheke zu behalten – als „VIP-Schalter“ für die Kundschaft in der Apotheke.