Insektenabwehr

Autan: Klosterfrau räumt das Feld Patrick Hollstein, 16.01.2018 10:37 Uhr

Berlin - Lieber Lidl als Apotheke: Der US-Konsumgüterkonzern SC Johnson setzt bei Autan seit Jahren auf den Mass Market. Der bisherige Vertriebspartner Klosterfrau räumt nun das Feld. Der einstige Marktführer droht in der Offizin endgültig abzustürzen.

Autan ist das bekannteste Mückenschutzmittel in Deutschland. 1958 eingeführt, ersetzte der Hersteller Bayer 1998 den Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET) durch Icaridin. Drei Jahre später ging das gesamte Geschäft mit Haushaltsinsektiziden für 725 Millionen Euro an den US-Konsumgüterhersteller SC Johnson (00, Brise, Drano, Pronto, Stahlfix, WC-Ente). Für die Produktion ist seit 2004 der von Bayer ausgegliederte Chemikalienkonzern Lanxess zuständig, der den Wirkstoff seit 2008 unter dem Namen Saltidin vertreibt.

Seit 2010 hatte Klosterfrau das Mückenschutzmittel im Gepäck. Der Kölner OTC-Hersteller sollte Autan in den Apotheken platzieren, um den Mass Market kümmerte sich SC Johnson selbst. Der Konzern erschwerte seinem deutschen Partner das Geschäft aber durch seine eigenen Aktionen erheblich: Nicht nur, dass Autan bei den großen Drogerieketten zu finden war. Immer wieder tauchte das Mückenschutzmittel in den vergangenen Jahren zu Ramschpreisen bei Discountern wie Lidl auf.

Viele Apotheker nahmen den Klassiker daraufhin aus der Empfehlung – Autan legte in den Apotheken einen regelrechten Absturz

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