Angelini: Petition für Gendern im Pflichttext

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Berlin - Der Hersteller Angelini fordert für jede OTC-Werbung außerhalb der Fachkreise eine geschlechtergerechte Sprache im Pflichttext. Gendergerechte Formulierungen sollten in das Heilmittelwerbegesetz (HWG) aufgenommen werden. Der Hersteller von Thermacare, Boxagrippal und Tantum Verde will mit einer Bundestags-Petition auf das Thema aufmerksam machen. Der Aufruf endet in 16 Tagen.

Angelini setzt sich laut eigenen Angaben für eine gendergerechte Sprache ein. In der Petition fordert das Unternehmen die Aufnahme von entsprechenden Formulierungen in das HWG. Die Formulierung im generischen Maskulinum sei im Pflichttext fest vorgegeben und dürfe nicht geändert werden: „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“

Der Hersteller moniert, dass die Diversität des medizinischen Fachpersonals in Deutschland auf diese Weise nicht abgebildet werde. Von rund 402.000 berufstätigen Ärzt:innen waren 2019 knapp 48 Prozent und damit etwa die Hälfte weiblich. Bei den Apotheker:innen lag der Frauenanteil mit 70,5 Prozent in den vergangenen Jahren sogar deutlich über dem Anteil der männlichen Kollegen. „Die gendergerechte Sprache in Pflichttexten einzuführen ist lange überfällig. Mit unserer Petition möchten wir ein klares und eindeutiges Signal senden – denn aus unserer Sicht hinken wir in unserer Industrie der gesellschaftlichen Diskussion hinterher“, so Deutschlandchef André Kindling.

Die Petition läuft bis zum 23. Juni. Bisher haben sich mit 38 Mitzeichnungen nur wenige Unterstützer gefunden. „Das Thema gendergerechte Sprache ist für Angelini Pharma ein wichtiges Anliegen. Als Unternehmen wollen wir unseren Beitrag leisten, damit eine umsichtige und inklusive Sprache gesellschaftlich akzeptiert wird und so ein realistisches Abbild unserer Lebenswirklichkeit schafft“, sagt Marketingchefin Daniela Sommer.

Das Unternehmen selbst sendete im Februar die neuen Werbespots zu den Produkten Boxagrippal und Tantum Verde bereits mit verändertem Pflichttext, obwohl dies gesetzlich nicht erlaubt ist. Die veröffentlichte Petition lege den Grundstein dafür, in Zukunft alle Pflichttexte des Unternehmens, auch laut Gesetz, in gendergerechter Sprache veröffentlichen zu dürfen.

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