Stopp für Titandioxid im Essen?

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Berlin - Seit langem ist Titandioxid im Essen zugelassen. Der Stoff mit dem Kürzel E171 macht etwa Kaugummi und Dragees schön weiß. Jetzt warnt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit davor, dass Krebsrisiken nicht ausgeschlossen werden können.

Der weit verbreitete Farbstoff Titandioxid soll nach dem Willen der EU-Kommission wegen möglicher Krebsrisiken aus dem Essen verbannt werden. Mit dem Vorschlag folgte die Kommission am Donnerstag einer Empfehlung der EU-Lebensmittelbehörde Efsa. Der als E171 bekannte Stoff kommt zum Beispiel in Kaugummi, Süßigkeiten, Backwaren, Suppen und Salatsoßen vor. Auch Ernährungsministerin Julia Klöckner plädierte für einen EU-weiten Zulassungsstopp in Nahrungsmitteln.

Die CDU-Politikerin erklärte, die Gesundheit der Verbraucher müsse an erster Stelle stehen. „Im Sinne des Vorsorgeprinzips muss die EU-weit geltende Zulassung für Titandioxid daher zurückgenommen werden. Es ist nicht auszuschließen, dass der Lebensmittelzusatzstoff erbgutschädigend wirkt.“ Ähnlich äußerte sich auch die EU-Kommission. Die Brüsseler Behörde wies aber darauf hin, dass keine akute Gesundheitsgefahr bestehe. Man werde den EU-Staaten einen Zulassungsstopp vorschlagen, aber nach einer geeigneten Übergangsfrist.

Die Sprecherin für Ernährungspolitik bei den Grünen, Renate Künast, kritisierte die Ministerin: „Statt auf die Entscheidung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) zu warten, hätte Bundesministerin Klöckner lieber selber tätig werden sollen.“ Solange noch Forschungslücken bestünden, brauche es im Sinne des vorsorgenden Gesundheitsschutzes nationale Regelungen und Verbote. Hier habe die Ministerin versagt.

Die von der Industrie viel genutzte Substanz ist schon länger umstritten. Frankreich hatte festgelegt, dass Titandioxid im Essen ab 2020 zunächst nicht mehr verwendet werden soll. Im Dezember hatte Paris den Bann um ein Jahr verlängert. Auch deutsche Verbraucherschützer etwa von Foodwatch fordern seit einiger Zeit einen Verzicht. E171 kann auch in Medikamenten sein, etwa im weißen Überzug von Dragees. Das Farbmittel ist seit Jahrzehnten zugelassen.

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