Titandioxid: Erste Hersteller reagieren

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Berlin - Titandioxid ist ein weit verbreiteter Stoff. Er kommt in Lebensmitteln wie Kaugummis, aber auch in Arzneimitteln vor. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit warnt davor, dass Krebsrisiken nicht ausgeschlossen werden können. Sollte der Stoff verboten werden, müssten viele Arzneimittel eine neue Zusammensetzung erhalten. Erste Hersteller reagieren bereits.

Bei Titandioxid handelt es sich um ein weißes Farbpigment, welches seit Jahrzehnten in Lebensmitteln und Arzneimitteln eingesetzt wird. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat unter Einbeziehung von mehr als 12.000 Publikationen mögliche Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit Titandioxid zusammengefasst und den Zusatzstoff neu bewertet.

Titandioxid – E 171

Das abschließende Urteil der EFSA lautete: „Auf der Grundlage aller verfügbaren Beweise konnten Bedenken hinsichtlich einer Genotoxizität nicht ausgeschlossen werden, und angesichts der vielen Unsicherheiten kam das Gremium zu dem Schluss, dass E 171 (Titandioxid) bei der Verwendung als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr als sicher angesehen werden kann.“ Zusatzstoffe sind kennzeichnugnspflichtig. Hersteller müssen enthaltenes Titandioxid als E 171 kennzeichnen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich darauf hin mit den vorliegenden Studien befasst und kommt in einer Stellungnahme zu einer vergleichbaren Einschätzung: „Laut EFSA bestehen Unsicherheiten, insbesondere zum molekularen Mechanismus der genotoxischen Effekte. Zudem lassen die Studien keinen Rückschluss auf einen Zusammenhang zwischen bestimmten Eigenschaften von Titandioxid, wie Größe und Beschaffenheit der (Nano)-Partikel, und dem Ergebnis der Genotoxizitäts-Studien zu. Daher kamen die Expertinnen und Experten der EFSA zu dem Schluss, dass die Verwendung von Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr länger als sicher angesehen werden kann. Es wurde keine akzeptable tägliche Aufnahmemenge (ADI) abgeleitet.“

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