Phytos & Vitamine bei Krebs: Was kann empfohlen werden?

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Berlin -

Die Beratung in der Apotheke ist nicht immer einfach. Besonders viel Fingerspitzengefühl ist bei onkologischen Patient:innen gefragt. Oft kommen sie mit dem Wunsch nach komplementären oder alternativen Heilmethoden in die Offizin. Eine erste S3-Leitlinie gibt nun evidenzbasierte Empfehlungen, die PTA bei der Beratung helfen können.

Nach einer Krebsdiagnose fühlen sich viele Patient:innen machtlos. Bestrahlungen und Chemotherapien führen häufig zwar zu einer Lebensverlängerung – allerdings kann die Lebensqualität stark beeinträchtigt werden. Viele Betroffene wollen selbst etwas tun, um sich besser zu fühlen und die übrige Lebenszeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Auch Nebenwirkungen der Krebstherapien wie Übelkeit und Erbrechen sollen möglichst effektiv gelindert werden. Oft suchen langjährige Stammkund:innen Rat in der Apotheke ihres Vertrauens.

In der Komplementärmedizin stehen verschiedenste Verfahren zur Option: Neben Homöopathie, Akupunktur und Osteopathie sind auch Vitamine und Heilpflanzen auf der Liste der Möglichkeiten. Wissenschaftliche Untersuchungen auf dem Gebiet sind rar gesät – oft gibt es nur eine kleine Probandenzahl und die Vergleichsgruppen fehlen. Unter Federführung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) wurde nun jedoch erstmals eine S3-Leitlinie zur Komplementärmedizin in der Behandlung von Karzinomerkrankungen veröffentlicht. Sie zeigt, dass nicht alle Therapien gleichermaßen gut geeignet sind.

Die Leitlinie ist in vier Schwerpunkte unterteilt:

  • Medizinische Systeme: Akupunktur, Akupressur, anthroposophische Medizin, Homöopathie, Phytotherapie, Hydrotherapie, Ernährungstherapie, Bewegungstherapie, Ordnungstherapie
  • Mind-Body-Verfahren: Meditation, Mindfulness-based Stress Reduction (MBSR), multimodale und integrative Verfahren, Tai Chi/Qigong, Yoga
  • Manipulative Körpertherapien: Bioenergiefeldtherapien wie Reiki, Therapeutic Touch, Healing Touch und Polarity Therapie, Chirotherapie/Osteopathie/Cranio-Sacral-Therapie, Hyperthermie, Reflextherapie, Schwedische Massage, Shiatsu/Tuina, Sport und Bewegung
  • Biologische Therapien: Einsatz von Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen, Enzymen, Phytotherapeutika und sekundären Pflanzenstoffen

Die Empfehlungen werden nach Symptomatik und teilweise auch nach Krebsart und aktueller Behandlung gesondert betrachtet. Außerdem wird auf verschiedene potenzielle Arzneimittelinteraktionen hingewiesen, die die Wirksamkeit der Karzinombehandlung oder der supportiven Therapie vermindern oder verstärken und somit zu Nebenwirkungen führen können.

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