Schweiz: Vergiftungen durch Highdose-Paracetamol

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Berlin - Der Wirkstoff Paracetamol gehört zu den gängigsten Schmerzmitteln in der Apotheke. Er ist außerdem für seine leberschädigenden Wirkungen bekannt. Hierzulande ist daher vor allem die Stärke mit 500 mg pro Tablette vertreten*, außerdem ist die Abgabemenge klar geregelt. In der Schweiz sind Präparate mit einer Stärke von 1000 mg Paracetamol pro Tablette auf Rezept erhältlich. Eine Untersuchung zeigt, dass es seitdem vermehrt zu Vergiftungen mit dem Analgetikum gekommen ist.

Paracetamol ist als Schmerzmittel sehr beliebt: Es ist gut magenverträglich, beeinflusst die Blutgerinnung nicht und ist zudem nierenschonend. Dennoch hat auch Paracetamol seine Risiken: Wird es überdosiert, kann es schnell zu Leberschäden kommen – diese können schlimmstenfalls irreversibel sein und Folgeschäden nach sich ziehen. So ist der Wirkstoff beispielsweise eine der häufigsten Ursachen für ein Leberversagen, welches eine Lebertransplantation notwendig macht.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medzinprodukte (BfArM) hatte die verschreibungsfreie Packungsgröße in Deutschland daher bereits 2009 auf 20 Stück begrenzt, um Missbrauch und Überdosierungen zu verringern. Die meisten Tabletten enthalten außerdem maximal 500 mg des Wirkstoffs. Die Maximaldosis für Erwachsene beträgt 4000 mg pro Tag – das entspricht einer Menge von höchstens acht Tabletten.

Hohe Dosis, viele Vergiftungen

In der Schweiz sind seit Ende 2003 jedoch auch Präparate mit 1000 mg pro Tablette im Handel. Diese sind zwar nur mit einem Rezept erhältlich, dennoch sind sie offenbar sehr beliebt: PharmaSuisse zufolge wird das Highdose-Paracetamol in Schweizer Apotheken 10-Mal mehr abgegeben als die Standard-Dosierung. Durch die doppelte Dosis kommt es offenbar vermehrt zu Überdosierungen.

*in einer vorherigen Version des Beitrags hieß es fälschlicherweise, dass alle Präparate nur 500 mg Wirkstoff enthalten

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