Kettenkonzern sucht Aktionäre

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Berlin -

In der Schweiz steht in diesem Jahr die Aufspaltung von Galenica an: Die einstige Apothekergenossenschaft soll sich ganz auf die Pharmasparte Vifor fokussieren. Das komplette Handelsgeschäft – Apotheke, Großhandel, OTC – soll an die Börse gebracht werden. Die bisherigen Aktionäre wollen damit möglichst wenig zu tun haben.

Bereits 2014 hatte Galenica angekündigt, die beiden Geschäftsbereiche – Pharma und Großhandel/Retail – künftig als eigenständige Unternehmen führen zu wollen. Da die Pharmasparte mit Produkten wie Ferinject/Injectafer, Venofer und Mircera mittlerweile knapp 1,2 Milliarden Schweizer Franken erlöst, war die Zeit für die Aufspaltung gekommen. Zum Vergleich: Im Bereich Santé (Großhandel, Apothekenkette, OTC-Marken) erlöste Galenica im vergangenen Jahr 3 Milliarden Franken.

Eigentlich sollte Vifor schon Ende 2016 als eigenständiges Unternehmen an die Börse gehen. Nun kommt die Aufspaltung später – und in umgekehrter Richtung: Der Geschäftsbereich Santé soll als eigenständiges Unternehmen einen Börsengang hinlegen; Vifor beziehungsweise die bisherigen Aktionäre sollen allenfalls kleinere Aktienpakete halten. Galenica geht davon aus, dass die Aufteilung spätestens Ende 2017 abgeschlossen sein wird unter der Voraussetzung, dass das wirtschaftliche Umfeld bis dahin stabil bleibt.

Dass man sich in Bern für diesen Weg entschieden hat, hängt mit dem Kapitalbedarf von Vifor zusammen. Das Interesse an der wachstumsstarken Pharmasparte dürfte bei den Anlegern zwar größer sein als das an der stagnierenden Handelssparte. Allerdings braucht Galenica Geld, um als globaler Anbieter mitspielen zu können. Bislang hatte der Konzern für seine Produkte Vertriebspartner eingespannt; die jüngsten Übernahmen etwa des US-Herstellers Relypsa zeigen aber, dass die Schweizer selbst vorne mitspielen wollen.

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