Schweiz

Apotheken im Aufwind Eugenie Ankowitsch, 17.05.2018 15:02 Uhr

Berlin - Anders als in Deutschland, wo es immer weniger Apotheken gibt, ist die Zahl der Apotheken in der Schweiz Jahr für Jahr gestiegen. Sie können sich auch über mehr Kunden freuen. Außerdem haben Schweizer Apotheken seit wenigen Jahren mit Impfungen und diversen Gesundheitschecks neue Einnahmequellen entdeckt und bauen sie kräftig aus.

Seit Jahren steigt die Zahl der Apotheken in der Schweiz kontinuierlich. Laut dem Schweizerischen Apothekenverband Pharmasuisse gab es Ende 2017 exakt 1800 Apotheken im Alpenland. Vor zehn Jahren waren es noch 1700. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent. Das Wachstum bei den Apotheken erklärt Pharmasuisse mit dem Bevölkerungswachstum und der steigenden Lebenserwartung, die zu einer höheren Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen führe. Entsprechend nimmt auch die Zahl der Kunden pro Apotheke zu. 2016 verzeichneten die Apotheken einen Rekord von durchschnittlich 57.300 Kunden.

Aber auch der Hausärztemangel, der sich allen Analysen nach in Zukunft noch verschärfen dürfte, treibt die Menschen in die Apotheken. Denn Schweizer Apothekern werden immer mehr Aufgaben in der Gesundheitsversorgung übertragen. Grundlage dafür bilden zwei Gesetzesrevisionen – des Medizinalberufegesetzes im Jahr 2015 und des Heilmittelgesetzes im Jahr 2016 – sowie der Bericht zur Positionierung der Apotheke in der Grundversorgung.

Seitdem dürfen Apotheker, die eine entsprechende Fortbildung absolviert haben, Bagatellkrankheiten, wie etwa Augen-, Blasen- oder Halsentzündungen, behandeln und – je nach Kanton und sofern sie im Besitz der entsprechenden Bewilligung sind – gewisse Impfungen selbst durchführen. Ab 2019 soll Apothekern erlaubt außerdem werden, bestimmte rezeptpflichtige Medikamente ohne ärztliches Rezept abzugeben.

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