Impfen: Apotheker müssen sich beweisen

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Berlin -

Die Impfung in der Apotheke ist in der Schweiz auf dem Vormarsch: Auch in Bern dürfen Apotheker in der kommenden Saison gegen Grippe impfen – ohne ärztliche Verordnung. Nach Freiburg und Zürich ist Bern bereits der dritte Kanton, der die OTC-Impfung in den Apotheken zulässt.

Bern ist dabei vergleichsweise vorsichtig: Geplant ist zunächst ein Pilotprojekt für die Grippesaison 2015/2016. Der Vorstoß kam von Vertretern der konservativen Schweizer Volkspartei (SVP) und der Grünliberalen Partei Schweiz (GLP). Sie forderten, dass speziell ausgebildete Apotheker gesunde Erwachsene ohne Arztrezept impfen dürfen. Auf diesem Weg sollen zusätzliche Personen für eine Impfung angesprochen und die Durchimpfungsraten gesteigert werden. Gleichzeitig sollen die Hausärzte entlastet werden.

Der Große Rat des Kantons hat dem Vorstoß heute mit großer Mehrheit zugestimmt. Voraussetzung für die Teilnahme soll sein, dass die Apotheker über den Fähigkeitsausweis (FPH) „Impfen und Blutentnahme“ verfügen, den sie nach einer fünftägigen Ausbildung inklusive Reanimationskurs erhalten. Im Kanton Bern besitzen 30 Apotheker diese Qualifikation.

Das Pilotprojekt soll sich zunächst auf die Impfung gegen die saisonale Grippe im kommenden Winter beschränken. Die Apotheker sollen Personen ab 16 Jahren impfen dürfen, die weder akute Erkrankungen noch chronische Krankheiten haben. Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, müssen die Apotheker mit einem strukturierten Fragebogen klären und dokumentieren. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt und aus anderen Kantonen sollen die Grundlage für eine Anpassung der Gesundheitsverordnung sein.

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