Darmkrebsvorsorge in Apotheken | APOTHEKE ADHOC
Schweiz

Darmkrebsvorsorge in Apotheken

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Berlin -

In der Schweiz ist Darmkrebs bei Männern die dritthäufigste, bei Frauen sogar die zweithäufigste Krebserkrankung. Daher startet zum März in den Schweizer Apotheken eine Kampagne zur Darmkrebsvorsorge. In den Mitgliedsapotheken des Schweizerischen Apothekenverbands Pharmasuisse soll gesunden Patienten, die älter als 50 Jahre alt sind, eine Vorsorgeuntersuchung angeboten werden.

Vom 1. März bis zum 16. April wird die Kampagne in 771 Apotheke in der gesamten Schweiz laufen. Besonders Kunden zwischen 50 und 75 Jahren sollen von den Apothekern gezielt auf das Risiko Darmkrebs hingewiesen werden. Denn mehr als 90 Prozent der an Darmkrebs Erkrankten gehören zur Altersgruppe 50 Plus.

Beim Darmkrebs handelt es sich um eine schleichende Krankheit, deren Symptome nicht sofort erkennbar sind. Dabei ist die Erkrankung früh erkannt gut heilbar. Die Apotheken verfügten über passende Voraussetzungen, um über die Krebserkrankung aufzuklären, sagt eine Sprecherin von Pharmasuisse. Ziel sei es, mit der Kampagne gesunde Menschen zu erreichen, die nicht den Arzt aufsuchten – aber die Apotheke. „Mit 300.000 Kundenkontakten pro Tag sind Schweizer Apotheken sehr gut geeignet, um unkompliziert die Risikogruppe zu erreichen“, so die Sprecherin.

Die Kunden müssen sich zu der Darmkrebsvorsorge nicht anmelden. Anhand eines elektronischen Fragebogens ermittelt ein Apotheker gemeinsam mit dem Kunden, wie hoch das individuelle Darmkrebsrisiko ist. Dabei wird die Krankengeschichte des Patienten und die der Familie abgefragt. Gibt es Risikofaktoren oder Darmkrebs-Symptome, wird der Kunde direkt an einen Arzt zur genaueren Untersuchung verwiesen. Daher ist der mfe, der Berufsverband der Haus- und Kinderärzte, als Partner an der Kampagne beteiligt.

Gibt es keine Anzeichen für die Krankheit, wird dem Kunden ein Stuhltest angeboten, den er zu Hause anwenden kann. Die Stuhlprobe kann dann in einem bereits frankierten Umschlag direkt ans Labor der Clinique de la Source in Lausanne geschickt werden. Dort wird sie auf Blut untersucht. Das Testergebnis bespricht der Apotheker mit dem Kunden. Findet sich Blut im Stuhl, wird dem Kunden zur Diagnose ein Besuch beim Hausarzt empfohlen. Für den Beratungsservice und den Stuhltest empfiehlt Pharmasuisse, einen Preis von 28 Franken zu berechnen.

Im vergangenen Jahr hat der Verband in 31 Apotheken einen Piloten zur Kampagne gestartet. Die ausgeweiteten Vorsorgeuntersuchungen sollen laut Pharmasuisse ein „Paukenschlag“ sein, der Patienten auf die Früherkennung der Krebserkrankung verstärkt hinweist. Mindestens ein Approbierter der teilnehmenden Apotheken musste eine Schulung zum Thema absolvieren.

Die Kampagne wird von einer Studie begleitet. Dabei soll erhoben werden, ob der Stuhltest eine geeignete Alternative zur Darmspiegelung in der Krebsvorsorge darstellt. Ob sie an der Studie teilnehmen wollen, können Kunden frei entscheiden. Wenn sich nach den sieben Wochen Testphase herausstellt, dass die Kampagne zur Darmkrebsvorsorge geeignet ist, dann könnte sie langfristig in den Apotheken etabliert werden, so die Pharmasuisse-Sprecherin.

1378 der 1773 Schweizer Apotheken sind freiwillig Mitglieder von Pharmasuisse. In mehr als der Hälfte aller Mitgliedsapotheken wird die Darmkrebsvorsorge angeboten.

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