Spahn: AstraZeneca für alle

, Uhr aktualisiert am 06.05.2021 15:39 Uhr

Berlin - Impfwillige in Deutschland sollen sich nach einem Vorschlag der Bundesregierung künftig ohne die gültige Priorisierung mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen können. Außerdem soll als Ziel festgeschrieben werden, dass allen 12- bis 18-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien ein Impfangebot mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gemacht werden soll. Das geht aus Beschlussentwürfen des Bundesgesundheitsministeriums für Beratungen der Fachministerinnen und -minister von Bund und Ländern an diesem Donnerstag hervor.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die sofortige Freigabe des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca für alle Impfwilligen angestrebt – ohne Priorisierung nach Alter, Vorerkrankung oder Berufsgruppe. Zudem solle das Intervall zwischen Erst- und Zweitimpfung mit AstraZeneca – derzeit zwölf Wochen – flexibler gehandhabt werden können.

Gegen das Präparat des britisch-schwedischen Pharmakonzerns gibt es teils erhebliche Vorbehalte. Es wird nach dem Auftreten von Blutgerinnseln im Gehirn bei jüngeren Geimpften nur noch für über 60-Jährige eingesetzt. Andererseits gibt es viele Jüngere, die sich gerne damit impfen lassen würden, aber in der Impf-Reihenfolge noch nicht dran sind.

Berlin hat den Impfstoff bereits freigegeben, mit zunehmender Resonanz, wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) mitteilte. Impfwillige berichten, dass es relativ einfach war, einen zeitnahen Termin in einer Praxis zu bekommen. Dort hätten sowohl Jüngere als auch Ältere auf ihre Immunisierung mit diesem Vakzin gewartet – Männer wie Frauen. Vereinzelt gab es aber auch Kritik an der Beratung: So hätten Praxisärzte nicht von sich aus über das sehr seltene mögliche Risiko einer Hirnthrombose gesprochen.

Mit einer Zulassung des bisher erst ab 16 freigegebenen Biontech-Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige wird im Juni gerechnet.

Bisher haben 29,5 Prozent der Bevölkerung zumindest eine Impfung erhalten. 8,3 Prozent sind vollständig geimpft, haben also erforderlichenfalls auch eine zweite Impfung erhalten.

Die geplante Befreiung Geimpfter und Genesener von den Beschränkungen soll am Mittag die nächste Hürde nehmen. Der Bundestag befasst sich dann mit einer von der Bundesregierung in einem beschleunigten Verfahren auf den Weg gebrachten Verordnung und stimmt auch gleich ab. Billigt das Parlament die Neuregelungen, soll sie der Bundesrat am Freitag besiegeln.

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