Apotheken nach hinten priorisiert

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Berlin - Impfneid ist ein hässliches Wort für eine hässliche Sache. Aber so langsam hat Apothekerin Antje Beck wirklich die Nase voll davon, ständig anderen den Vortritt zu lassen. Ständig wird sie „nach hinten priorisiert“. Bei der letzten Aktualisierung der Prio-Listen stand sie kurz vor dem Versuch, sich den Impfstoff selbst im Labor zusammen zu mischen. Aber ihr fehlte Muskat.

Damit das klar ist: Apothekerin Antje ist absolut für die Priorisierung: Zuerst geimpft werden soll, wer besonders gefährdet ist – sehr alte Menschen, Risikopatient:innen, Pflegepersonal. Und auch wenn ihr Filialleiter gern martialisch davon spricht, sie würden „an der Front die Stellung halten“, weiß eigentlich jeder in der Apotheke, dass es ein paar Berufe mit deutlich höherem Expositionsrisiko gibt. Antje wäre nur einfach wahnsinnig gerne geimpft, sie fiebert ihrer Impfreaktion gewissermaßen entgegen.

Antje ist eine engagierte Apothekerin mit hohem Sozialbewusstsein. Sie wollte im Impfzentrum helfen – aus Überzeugung, nicht, um den Schuss zu kriegen. Doch Pharmazeut:innen waren da schon nicht mehr gefragt. Ein Testzelt vor der Apotheke wollte das Team nicht, die Chefin gab sich demokratisch geschlagen. Hieß für sie: Weiter Prio-Gruppe 3, weiter abwarten.

Sehr ungern beteiligt sich Antje an Systemrelevanz-Debatten, in welchem Verhältnis Apothekenteams zu „Mitgliedern in den Regierungen und Verwaltungen“, Polizisten und Zöllner stehen. Sie würde sich und ihre Kolleg:innen bei aller Bescheidenheit zwar nicht hinter Wahlhelfer:innen einsortieren, aber geschenkt. Aber jetzt werden regional Mitarbeiter:innen von Drogerien und Supermärkten sogar vorgebeten. Weil die keine so starke Lobby haben. Antje lacht bitter, als sie das liest.

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