AstraZeneca: Arzt bietet Termine via Ebay

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Berlin - Der gefragte Biontech-Impfstoff geht vor allem an die Impfzentren, das weniger beliebte AstraZeneca-Präparat bleibt in manchen Praxen liegen, sagen Hausärzt:innen. Einer nutzt nun die Internetplattform Ebay-Kleinanzeigen.

Um den Vaxzevria von AstraZeneca nicht verfallen zu lassen, hat ein Hausarzt aus Ostwestfalen einen ungewöhnlichen Weg über Ebay-Kleinanzeigen gewählt. „Es wäre Wahnsinn, den zuverlässigen und wirksamen Impfstoff verkommen zu lassen“, sagt der Allgemeinmediziner und Kardiologe Dr. Peter Weitkampf aus Kirchlengern. Nun habe er zwei Tage lang über die Plattform Impftermine mit Astrazeneca „zu verschenken“ an Menschen über 60 Jahre angeboten. Er habe 80 bis 90 Impfdosen übrig. Zuvor hatte die „Neue Westfälische“ über den Mediziner berichtet.

Weitkamp kritisierte, dass die Praxen fast nur noch AstraZeneca erhalten, das gefragte Biontech dagegen an die Impfzentren gehe. Er halte es aus medizinischer Sicht für falsch, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) AstraZeneca weiterhin nur für Menschen über 60 Jahre empfehle. Es gebe zudem auch zahlreiche unter 60-Jährige, die AstraZeneca haben wollten. Laut Bund-Länder-Beschluss müssen sich diese Jüngeren dann alleinig an die Praxen wenden, in den Impfzentren wird AstraZeneca Menschen unter 60 Jahren nicht mehr gespritzt. Viele Praxen seien aber in Sorge wegen Haftungsfragen, betonte Weitkamp. „Der Staat zieht sich aus der Haftung. Stattdessen sollen die niedergelassenen Ärzte haften, das ist ein Skandal.“

Der Impfstoff werde als gut für Menschen über 60 Jahre angesehen, aber zunehmend bei Patienten problematisiert und abgelehnt, hieß es beim Hausärzteverband Nordrhein. Eine Ebay-Aktion sei allenfalls problematisch, wenn Geld genommen werde. „Ansonsten ist jeder verimpfte Impfstoff besser als ein weggeworfener.“ Sinnvolle Wege könnten auch etwa Drive-in-Angebote vor Einkaufszentren sein.

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