PEI untersucht Wirksamkeit von Biontech und Curevac

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Berlin -

Ein Forscherteam des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) hat die Wirksamkeit von Comirnaty und dem nicht zugelassenen mRNA-Imfpstoff von Curevac mit dem Immunschutz einer natürlichen Infektion verglichen. Die Neutralisierungskapazität, der spezifische Antikörperspiegel und die Bindungsfähigkeit der Antikörper unterscheiden sich laut PEI erheblich.

Eigentlich sollte der mRNA-Impfstoff von Curevac das zweite in Deutschland entwickelte und auf den Markt gebrachte Vakzin werden. Doch der Corona-Impfstoff floppte. Im Juli wurde bekannt, dass die Wirksamkeit nur knapp über 50 Prozent bei den U60-Jährigen betrug. Verteilt auf alle Altersklassen kam der Impfstoffkandidat CVnCoV in einer Zwischenanalyse nur auf eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Corona-Erkrankung „jeglichen Schweregrades“.

Während zahlreiche Konkurrenten ihre Vakzine längst auf den Markt gebracht hatten, sammelte Curevac weiterhin Daten. Der Impfstoff befand sich seit über sechs Monaten in der finalen und damit zulassungsrelevanten Phase IIb/III, als das niederschmetternde Wirksamkeitsergebnis bekannt wurde. Im Oktober folgte dann das Aus für den mRNA-Imfpstoff – Curevac zog CVnCoV aus dem Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zurück.

PEI bestätigt schlechtere Wirksamkeit

Die Forscher:innen gingen der Frage nach, wie sich die Antikörperbildung nach Impfungen mit Comirnaty und verschiedenen Dosierungen von CVnCoV sowie nach einer natürlichen Covid-19-Infektion unterscheiden. Hierzu wurden Blutseren verschiedenen Tests unterzogen. „Die meisten Blutseren nach Impfung mit Comirnaty sowie von in Personen im Genesungsprozess wiesen im Vergleich zu denen von mit CVnCoV geimpften Personen einen höheren Titer an Spike-Rezeptorbindungsdomäne (RBD)-spezifischen Antikörpern und neutralisierenden Antikörpern auf“, informiert das PEI. Die neutralisierenden Antikörper verhindern das Eindringen des Virus in die Zelle.

Weiterhin heißt es: „Obwohl die Wirksamkeit eines RNA-Impfstoffs von mehr Parametern als den serologischen abhängt, könnten der niedrigere Antikörpertiter nach Impfung mit CVnCoV, die geringere neutralisierende Aktivität sowie die niedrige Affinität zu einer geringeren Wirksamkeit des Impfstoffs CVnCoV beitragen.“

Mutationen sind ein generelles Problem

Bei einigen Mutationen zeigten sowohl der mRNA-Imfpstoff von Biontech, als auch der Imfpstoff von Curevac eine schlechtere Antikörperbindung. „Insbesondere bei der N501Y-Mutation, die sich in den Virusvarianten Alpha, Beta und Gamma findet, fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine deutliche Abnahme der Bindung der Antikörper in den Blutseren der beiden Impfstoffe“, heißt es seitens des PEI.

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