Coronavirus: Polizeischutz für Apotheken?

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Berlin - Die Nervosität steigt: Nachdem ein Ausbruch des Coronavirus in Italien kaum unter Kontrolle zu bringen scheint, versuchen sich andere europäische Staaten für eine mögliche Ankunft des neuartigen Erregers zu wappnen. Das Robert Koch-Institut (RKI) erwartet hierzulande keine Abriegelung von ganzen Städten wie in Italien, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und seine bayerische Amtskollegin Melanie Huml (CSU) äußern sich da schon offener. Und in Österreich bringt die Polizei bereits Schutzmaßnahmen für Apotheken ins Gespräch.

Angesichts der raschen Ausbreitung des neuen Coronavirus in Italien berät die italienische Regierung an diesem Dienstag mit den Nachbarländern und Deutschland die Lage. Auch Spahn reist dazu nach Rom. An dem Treffen am Nachmittag sollen neben dem Gastgeber zudem seine Kollegen aus Slowenien, Frankreich, der Schweiz und Österreich teilnehmen. In Italien sind nach Behördenangaben bis zum frühen Montagabend mindestens sieben Infizierte gestorben – alle hatten demnach Vorerkrankungen.

Mehr als 220 Infizierte in Italien

Die Zahl der Infektionsnachweise stieg trotz drastischer Maßnahmen wie Sperrzonen auf mehr als 220, wie Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Abend in Rom sagte. Mehr als 25 Menschen seien auf der Intensivstation. Am Vorabend waren es noch rund 150 gemeldete Infizierte. Italien ist aktuell mit Abstand das Land mit den meisten erfassten Fällen in Europa. In der besonders schwer betroffenen Lombardei wurden zehn Gemeinden in der Provinz Lodi zu Sperrzonen erklärt. Dort kontrollieren Sicherheitskräfte, wer rein und raus darf.

Erwartet wird, dass die Minister bei ihrem Treffen in Rom Reaktionen auf die Ausbreitung des Virus beraten. Der italienische Zivilschutz und die Regierung in Rom hatten sich bereits gegen Grenzschließungen ausgesprochen. Dies sei rechtlich zwar machbar, bringe aber keinen praktischen Nutzen, so der Zivilschutz. Spahn sagte am Montag, ein Virus mache an Landesgrenzen nicht halt. Zur Frage, ob auch in Deutschland ganze Städte abgeriegelt werden könnten, meinte er, theoretisch sei Vieles denkbar. Notwendig sei so ein Schritt nicht. „Von der Absage von Großveranstaltungen [...] bis zum kompletten Abriegeln ganzer Städte gibt es ja auch noch viele Zwischenstufen.“

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