Brandenburg: Maskenpflicht für Apotheker – aber nicht für Einzelhändler

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Berlin - Schutzwände aus Plexiglas gehören in den meisten deutschen Apotheken mittlerweile zum Standard – genauso wie Atemschutzmasken. Beides zusammen empfinden viele Apothekenmitarbeiter aber als unsinnig und hoffen darauf, anders als die Kunden von der Maskenpflicht ausgenommen zu sein. In Brandenburg sind sie das allerdings nicht, erklärt das Gesundheitsministerium. Doch in manchen Supermärkten sieht das anders aus: Mitarbeiter sind dort nicht verpflichtet, selbst auch Masken zu tragen – das hat die Staatskanzlei dem Einzelhandelsverband bestätigt.

Theresia Weigel ist wütend. „Wir haben hier überall Plexiglas in der Apotheke und ein Personenleitsystem, das 1,50 Abstand garantiert – warum soll ich acht Stunden am Tag so eine Keimschleuder im Gesicht tragen?“, fragt die Inhaberin der Theresia-Apotheke in Schwielowsee. Doch das ist nicht mal, was sie am meisten wütend macht: „Im Rewe hier im Ort trägt kein Mitarbeiter eine Atemschutzmaske“, sagt sie. Darauf habe sie den Inhaber des Supermarkts angesprochen und eine Antwort erhalten, die sie verblüfft hat: Weil das für Mitarbeiter im Einzelhandel nicht verpflichtend sei.

Und das hatte er nicht so daher gesagt: „Er hatte selbst schon das Ordnungsamt am Hals“, sagt Weigel. Doch der Supermarktinhaber konnte seine Behauptung mit einem Schreiben des Handelsverbands Berlin-Brandenburg bestätigen. Dessen Hauptgeschäftsführer wandte sich nämlich am Montag mit einem Rundschreiben, das APOTHEKE ADHOC vorliegt, an seine Mitglieder und erklärte ihnen, der Verband habe „am Wochenende Rücksprache bei der Chefin der Staatskanzlei des Landes Brandenburg genommen und Übereinstimmung erzielt, dass die Pflicht zum Tragen von Mund- und Nasenschutzbedeckungen in Verkaufsstellen nur für Kunden gilt“.

Die Mitarbeiter könnten auch anders geschützt werden, so der Verband. „Wir kennen im Einzelhandel weitere geeignete Maßnahmen, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unsere Kunden zu schützen.“ Das könnten technische Vorrichtungen wie Plexiglas sein, aber auch bauliche Maßnahmen oder auch Visiere sein. „Natürlich sind die sonstigen bereits bekannten Maßnahmen der Eindämmungsverordnung konsequent weiter einzuhalten.“

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