AstraZeneca-Impfstoff: Panne bei der Dosierung

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Berlin - Der vom Pharmakonzern AstraZeneca entwickelte Corona-Impfstoff zählt zu den aussichtsreichen Kandidaten im Kampf gegen die Pandemie. Doch es kommt zunehmend Kritik auf. So gab es beispielsweise Ungereimtheiten bei den Wirksamkeitsdaten der Vakzine, die offenbar auf einer Dosierungs-Panne beruhen. Nun kommt das Mittel auf den Prüfstand.

Vor einigen Tagen sorgten die Ergebnisse des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca für Verwirrung: Zunächst waren verschiedene Wirksamkeitsangaben im Umlauf, dann stellte sich heraus, dass die durchschnittliche Wirksamkeit von 70 Prozent aus zwei Studien mit unterschiedlichen Impfschemata berechnet wurde. Das Besondere: Sie scheinen unterschiedlich wirksam zu sein. Zwei volle Dosen schützen mit einer rund 70-prozentigen Wahrscheinlichkeit vor Covid-19. Wird bei der ersten Injektion nur die halbe Dosis verabreicht, so entsteht ein Infektionsschutz von 90 Prozent. Offenbar scheint eine schleichende Immunisierung somit besser wirksam zu sein. Bei einer doppelten Injektion mit gleicher Stärke scheint es jedoch zu einer Inaktivierung der zweiten Dosis durch das stimulierte Immunsystem zu kommen.

Panne bei der Dosierung

Die unterschiedliche Dosierung war jedoch offenbar keine Absicht, sondern kam durch einen Fehler zustande, wie das Fachjournal „Science“ berichtet: Demnach seien die Impfstoffgefäße für die erste Impfung in der britischen Studie fälschlicherweise nur mit der Hälfte der eigentlich vorgesehenen Dosis befüllt worden. Die damit geimpften Probanden wurden jedoch nicht aus der Untersuchung entfernt, nachdem der Fehler aufgefallen war – stattdessen wurde das Studienprotokoll dahingehend geändert. Die Entdeckung ist somit ein Glückstreffer.

Die umstrittenen Impfstoff-Ergebnisse des Pharmakonzerns AstraZeneca werden nun im Auftrag der britischen Regierung geprüft. Dies sei ein „erster, bedeutender Schritt bei der Zulassung des Vakzins, wenn er die Sicherheits-, Wirksamkeits- und Qualitätsstandards erfüllt“, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in London mit. Die Prüfung soll von der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel durchgeführt werden. Zuvor waren Zweifel am Design der klinischen Studien und der hohen Wirksamkeit des Impfstoffs aufgekommen. Der schwedisch-britische Konzern plant daher zusätzliche Untersuchungen. Sie sollen die Daten „bereits vorhandener Studien ergänzen“, teilte eine Sprecherin von AstraZeneca mit, ohne Details zu nennen.

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