Novavax: Corona-Impfstoffstudie verzögert sich

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Berlin -

Die entscheidende Studie für den Covid-Impfstoffkandidaten des US-Biopharmaunternehmens Novavax wird sich um einige Wochen verzögern.

Für die Zulassung in den USA und Mexiko starte die Phase III der klinischen Studie voraussichtlich in den kommenden Wochen, teilte Novavax am Montag in Gaithersburg (Maryland) mit. Bisher hatte das Unternehmen mit dem Start bis Ende November gerechnet. Novavax hat nach eigenen Angaben durch das Impfprogramm der US-Regierung 1,6 Milliarden US-Dollar (1,3 Mrd Euro) erhalten, um die Bereitstellung eines sicheren und wirksamen Vakzins zu beschleunigen. In Großbritannien stünden nun rund 15.000 Teilnehmer für die Phase III der dortigen Versuchsstudie fest.

Bei NVX-CoV2373 handelt es sich um einen Totimpfstoff mit gentechnisch hergestelltem Virusantigen auf der Basis einer Nanopartikel-Technologie und einem Adjuvans auf Saponin-Basis. Die Phase-II der klinischen Prüfung wurde seit August in Australien, USA und Südafrika durchgeführt. Die finale Phase-III soll zunächst nur in Großbritannien laufen. Die Produktion erfolgt aktuell durch Emergent BioSolutions in den USA. Künftig soll die Herstellung auch durch die Tochterfirma Praha Vaccines in Tschechien erfolgen. Finanziell wird das Unternehmen von der Impfallianz CEPI und der US-Regierung im Rahmen des „Operation Warp Speed“-Programms unterstützt.

Die Firma aus Maryland hat bisher noch keinen einzigen Impfstoff auf den Markt gebracht. Die Corona-Vakzine könnte somit das erste Produkt des 1987 gegründeten Unternehmens sein. Die Novavax-Aktie fiel vorbörslich um 4,5 Prozent. Die Nachricht belastete zwischenzeitlich auch die Stimmung im deutschen Leitindex Dax, der sich danach aber wieder berappelte. Der US-Pharmakonzern Moderna will die Zulassung für seinen Corona-Impfstoff in der EU noch an diesem Montag beantragen.

 

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