Keine Medikamente in Kinderhände?

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Sind die auszuhändigenden Medikamente verschreibungspflichtig, empfiehlt die BAK, sie besonders gut zu verpacken und mit schriftlichen Informationen zur Anwendung zu versehen. Als Empfänger muss der Name des Erziehungsberechtigten oder des Anwenders vermerkt werden. Das Kind soll dazu gehalten werden, die Arzneimittel sofort dem Empfänger zu überbringen. „Sofern Zweifel bestehen oder keine eindeutigen Auskünfte gegeben werden können, ist die Abgabe zu verweigern.“ Nicht zu vergessen: „Kinder sind als Patienten in Abhängigkeit des Entwicklungsstandes und in Absprache mit den Erziehungsberechtigten ggf. auch selbst über die richtige Anwendung ihrer Arzneimittel zu informieren und zu beraten.“

Die Botschaft hat die Apotheken erreicht: „Verschreibungspflichtige Medikamente geben wir gar nicht an Kinder heraus und auch keine Arzneimittel, die potenziell gefährlich werden können“, sagt Philipp Petja Kramer von der Drachen-Apotheke in Geldern. „Es kommt aber schon mal vor, dass wir einem 12-Jährigen eine Packung Paracetamol mitgeben.“

Grundsätzlich nein, lautet auch die Antwort auch bei der Lichtenrader Apotheke in Berlin. „Wenn ein Kind nach Kopfschmerzmitteln für seine Mutter fragt, fragen wir zurück, wo sie denn ist. Eine Ausnahme machen wir schon mal, wenn das Medikament für das Kind selbst ist und die Eltern bei der Rezeptabgabe dabei sind. Dann können wir sicherstellen, dass es auch versteht, wofür das Mittel ist und wie es eingenommen wird“, so Inhaberin Katrin Scheunemann.

Von Fall zu Fall wägt Kerstin Iversen von der Stern-Apotheke in Konz ihre Entscheidung ab. „Wir müssen für uns klären, was für ein Kind denn da steht. Wenn wir es schon zehn Jahren kennen und ansonsten auch die Mutter immer dabei ist, machen wir auch schon mal eine Ausnahme.“ Sie sagt: „Das ist generell ein schwieriges Thema, und es ist wichtig, dass man sich dessen immer wieder bewusst ist und man verantwortungsvoll damit umgeht.“

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