Keine Medikamente in Kinderhände?

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Das Gesetz verbiete Apothekern zwar nicht grundsätzlich, Arzneimittel an Kinder abzugeben. Dagegen spreche jedoch Einiges: Auch vermeintlich harmlose rezeptfreie Medikamente könnten bei falscher Anwendung der Gesundheit schaden oder von Jugendlichen absichtlich missbräuchlich verwendet werden. Benkert fragt: „Wie soll ein Apotheker einen erwachsenen Patienten umfassend beraten, wenn er dies über ein Kind als Boten tun soll? Kinder können beispielsweise Einnahmehinweise nicht verstehen und deshalb auch nicht übermitteln.“ Auch wenn der Apotheker Fragen zu anderen Medikamenten des Patienten habe, könne er sie nur mit einen Erwachsenen verlässlich besprechen.

Die BAK hat den Vor-Ort-Apotheken eine Arbeitshilfe zur Seite gestellt. Dort heißt es: „Der Apotheker hat sowohl bei der Abgabe von Arzneimitteln auf Rezept als auch im Rahmen der Selbstmedikation eine große Verantwortung. Dies gilt in gesteigertem Maße für Kinder und Jugendliche.“ Detaillierte Empfehlungen seien aufgrund der Komplexität nicht möglich. „Mit dem heilberuflichen Wissen und dem persönlichen Kontakt ist in der öffentlichen Apotheke eine Entscheidung über die Abgabe für den jeweiligen Einzelfall verantwortungsvoll zu treffen.“

Neben dem Alter seien folgende Kriterien wichtig: „Ist das Kind Patient oder Überbringer? … Ist das Kind in der Apotheke bekannt? Liegt eine Ermächtigung der Erziehungsberechtigten vor? Ist ein Anruf beim Erziehungsberechtigten zur Legitimation notwendig/möglich?“ Ebenso sollen mögliche Gefahren einsortiert werden: „Liegt eine Selbstmedikation oder Verschreibung vor? Wie ist das Missbrauchs- bzw. Toxizitätspotenzial zu beurteilen? Ist die Verpackung für Kinder leicht bzw. unbefugt zu öffnen? Besteht die Möglichkeit einer schriftlichen Information an den Patienten/Empfänger?“

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