Impfungen in der Apotheke

Verbände sollen Grippeimpfstoff beschaffen

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Berlin -

Ab Herbst können Apotheken ihre Kund:innen auch gegen Grippe impfen – sofern genügend Impfstoff vorhanden ist, versteht sich. Die Apothekerverbände sollen ihre Mitglieder dabei unterstützen.

„Die Apotheken in Deutschland stehen bereit, die Impfangebote in den Haus- und Facharztpraxen ab der kommenden Grippesaison zu ergänzen“, sagt Abda-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening nach der Verabschiedung des Pflegebonus-Gesetzes, mit dem Grippeimpfungen in Apotheken in die Regelversorgung überführt werden. Zugleich räumte sie ein, dass die Apotheken noch eine Reihe an Hausaufgaben erledigen müssen: Ärztliche Fortbildungen müssten absolviert, Impfstoffdosen vertraglich gesichert und bestellt, Abrechnungswege und Erfassungsprozeduren etabliert werden.

Das Problem: Derzeit kann niemand vorhersagen, wie viele Apotheken sich beteiligen werden und wie viel Impfstoff wirklich benötigt wird. Dazu kommt, dass die Bestellfristen Ende April abgelaufen sind und keine Bestellungen mehr angenommen werden. Hier will der Deutsche Apothekerverband (DAV) unterstützen: „Wir stehen mit den pharmazeutischen Unternehmen in Kontakt und werben dafür, weitere Grippeimpfdosen für Apotheken, die ab Herbst mit der Grippeimpfung starten möchten, zur Verfügung zu stellen“, so ein Sprecher. „Vertragliche Regelungen und Bestellungen der Grippeimpfstoffe erfolgen auf Landes- beziehungsweise Apothekenebene.“

Welche Landesapothekerverbbände (LAV) tatsächlich Grippeimpfstoff für ihre Mitglieder bestellen, ist derzeit nicht bekannt. Möglicherweise ist dies eines der Themen beim Treffen der Geschäftsführer heute und morgen. In früheren Jahren gab es solche Verträge, etwa über D.S.C., eine Tochterfirma des Berliner Apotheker-Vereins (BAV). Beim Apothekerverband Schleswig-Holstein gibt es derzeit keine solchen Pläne. Auch im Bezirk Nordrhein bestellen die Apotheken jetzt noch nichts, sondern warten ab, bis die Freigabe wirklich durch ist und wie das Honorar aussieht.

Anders in Baden-Württemberg: Hier hatte der LAV – anders als in manch anderen Bundesländern – keine zentrale Bestellmechanik oder entsprechende Lieferverträge. Das Bestell- und Versorgungswesen war der einzelnen Apotheke vorbehalten. „Aktuell nehmen wir Kontakt zu Herstellern und Großhändlern auf, um die neue Situation besser einordnen zu können. Wir müssen detaillierter wissen, wie in diesem Herbst eine Versorgung der Apotheken mit Impfstoff für den eigenen Verbrauch (Impfen in Apotheken), der ja nicht vorbestellt werden konnte, möglich gemacht wird/werden kann“, so ein Sprecher. „Über dann mögliche Lösungswege werden im Weiteren dann unsere Gremien beraten und entscheiden.“

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