Zyto-Schmuggel

Staatsanwälte ermitteln gegen Lunapharm APOTHEKE ADHOC, 13.07.2018 11:15 Uhr aktualisiert am 13.07.2018 14:17 Uhr

Berlin - Schwere Vorwürfe hat das ARD-Magazin Kontraste gegen den brandenburgischen Pharmahändler Lunapharm erhoben. Die Firma soll in Griechenland aus Kliniken entwendete Zytostatika in Deutschland weiterverkauft haben. Beim Transport sollen die Arzneimittel unsachgemäß gelagert worden sein. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt, die Aufsichtsbehörde wusste davon bis vor Kurzem nichts. Die Firma bestreitet die Vorwürfe.

Der Beitrag in der ARD sei überraschend gekommen, so Geschäftsführerin Susanne Krautz-Zeitel. „Obwohl die notwendigen Auskünfte den Journalisten erteilt worden sind, haben diese entgegen ihrer journalistischen Sorgfaltspflicht die nachstehenden Tatsachen nicht oder falsch dargestellt: Wir distanzieren uns klar von den bei Kontraste getroffenen Vorwürfen.“

Krautz-Zeitel schreibt: „Ja, wir hatten eine Geschäftsbeziehung zum griechischen Lieferanten Pharmacy Ozbagzi. Diese Apotheke existiert seit 1981. Mit der Aufnahme der Geschäftsbeziehung wurde uns neben der Apothekenbetriebserlaubnis eine notariell beglaubigte Übersetzung vorgelegt. Diese belegt, dass auch der Großhandel mit Arzneimitteln nach griechischem Recht zugelassen ist. Darauf basierend bezogen wir Ware von diesem Lieferanten.“

Alle bezogenen Waren seien „in unserem Verantwortungsbereich regulär gehandelt und die notwendigen Meldungen über diese Importe an die zuständigen Behörden vorgenommen“ worden. Seit das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheit und Verbraucherschutz mitgeteilt habe, dass die vorgelegte Großhandelsgenehmigung ungültig sei, habe man von diesem Lieferanten keine Ware mehr bezogen. „Die Vorwürfe in Griechenland sind für uns neu und wir werden an der Aufklärung bestmöglich mitwirken.“

Krautz-Zeitel weiter: „Von Beginn an haben wir mit allen beteiligten Behörden auf das Engste kooperiert. Die Qualität und Unbedenklichkeit der Ware wurde anhand von Laboranalysen von Mustern durch Zulassungsinhaber und das Landeslabor Berlin-Brandenburg bewiesen. Entsprechende Analysenzertifikate liegen vor. Somit ist sichergestellt, dass zu keinem Zeitpunkt die Gesundheit der Patienten gefährdet wurde und die volle Wirksamkeit gewährleistet ist. Nochmals betonen wir zu jedem Zeitpunkt alle in Deutschland und der EU geltenden Gesetze und Regelungen eingehalten zu haben.Wir behalten uns rechtliche Schritte vor.“

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