Antidiabetika

AstraZeneca: Kontingente für Onglyza

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Berlin -

Seit einiger Zeit beklagen Apotheker immer wieder Lieferengpässe beim Antidiabetikum Onglyza (Saxaglipin) von AstraZeneca. Entweder kann der Großhandel nicht liefern oder es gibt beim Direktvertrieb Probleme. Angeblich kontigentiert der Hersteller sein Produkt. Indirekt beschuldigt der Konzern nun den Großhandel, für die Misere verantwortlich zu sein: Weil Onglyza in Deutschland billiger ist als im Ausland, besteht der Verdacht, der Großhandel exportiert lieber ins Ausland statt die heimischen Apotheken zu versorgen.

„AstraZeneca beliefert den Großhandel ausreichend und sogar über den Patientenbedarf hinaus“, so eine Sprecherin gegenüber APOTHEKE ADHOC. An den Großhandel werde das Fünf- bis Sechsfache des ermittelten Bedarfs geliefert. Allerdings seien die Diabetesprodukte von AstraZeneca durch das AMNOG-Verfahren, die Nutzenbewertung und Preisverhandlungen im europäischen Vergleich auf dem niedrigsten Preisniveau.

„Seitdem zudem die Erstattungspreise für die Marktteilnehmer sichtbar sind, ist die Nachfrage nach den betroffenen Produkten auf Seiten des pharmazeutischen Großhandels enorm angestiegen“, so die Sprecherin und weiter: „Aktuell bestellt der Großhandel ein Vielfaches des Patientenbedarfs. Trotzdem scheinen die Produkte oft nicht bei den Apotheken/Patienten anzukommen.“

Offen aussprechen will AstraZeneca die Vermutung nicht, dass der Großhandel wegen des erheblichen Preisgefälles Onglyza mit größerem Profit ins Ausland verkauft. Um Apotheken in Deutschland „trotzdem eine optimale Patientenversorgung zu gewährleisten“, biete der Hersteller zusätzlich über PharmaMall die Möglichkeit der Direktbestellung an. „Sollte eine Apotheke regelhaft mehr Bedarf haben, kann sie bei AstraZeneca direkt eine Erhöhung der üblichen Liefermenge beantragen“, so die Sprecherin.

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