Berlin -

Apotheken erhalten Bestellungen von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln mitunter, bevor sie die eigentliche Verordnung in den Händen halten. Wer Rezepte aber per Fax verschickt, weiß nie wie sicher die verwendete Verschlüsselungstechnik wirklich ist. Deshalb wird der Übertragungsweg auch als „nicht Datenschutz konform“ eingeschätzt. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bremen betonte in einem Rundfax, dass keine Rezepte gefaxt werden dürfen – und sorgt für Aufsehen bei Ärzt:innen und Apotheker:innen.

Nach der gültigen Rechtslage dürfen Arztpraxen keine personenbezogenen Daten per Fax versenden, heißt es in einem Schreiben der KV Bremen. „Dabei gilt ein Dokument bereits als personenbezogen, wenn ein Patientenname aufgeführt ist.“ Darunter fielen nicht nur Befunde oder Krankschreibungen, sondern auch Rezepte. „Die Rechtslage ist nicht neu“, sagt ein KV-Sprecher. Allerdings würden in der Praxis immer noch „massenweise“ Verordnungen per Fax verschickt.

Deshalb sei es der KV wichtig gewesen, auf die rechtliche Situation hinzuweisen. Das Schreiben trägt die Überschrift „Ein letztes Fax von der KV Bremen“ und informiert auch darüber, dass die Vereinigung auch selbst künftig keine Faxe mehr verschicken wird. „Die zugrundeliegende Technik ist weder sicher, noch datenschutzkonform.“ Informationen würden künftig per Newsletter verschickt oder online veröffentlicht. Im Verlauf des ersten Quartals 2022 würden auch keine Taxe mehr empfangen.

Der Hinweis an die Ärzt:innen, keine Verordnungen verschicken zu dürfen, landete prompt bei Apotheken. Ein Approbierter beschreibt den tatsächlichen Arbeitsalltag: „Wir erhalten im Schnitt zehn Rezepte per Fax“, sagt er. Dabei handele es sich vor allem um Verordnungen für Pflegeheime. „Da ist das gang und gäbe.“ Auch Folgerezepte gingen oft per Fax in der Apotheke ein. Die Bestellungen würden dann bearbeitet und die Originale später per Post nachgeschickt. Fraglich sei, wie sicher dieser Weg sei, betont er. In der Apotheke gebe es nur eine Arztpraxis, die sich telefonisch melde und Angestellte die Arzneimittel mündlich durchgäben.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
NNF schüttet an Apotheken aus
75 Millionen für TI-Aufwendungen»
Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheime
Noch keine Kündigungen wegen Impfpflicht»
„Es ist schwierig, das Abwerben hinterher zu belegen“
Apotheker enttäuscht: Drei Angestellte abgeworben»
„Der Betriebsablauf darf nicht gestört werden“
Angestellte abwerben: Das ist nicht erlaubt»
Report Mainz über Impfpassfälschungen
Apotheken im Fadenkreuz von Impfgegnern»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»