eRezept-Studie

Knappe Mehrheit der Apotheker lehnt eRezept ab APOTHEKE ADHOC, 24.04.2019 09:54 Uhr

Berlin - Die Einführung des eRezepts könnte 7000 Apotheken ihre Existenz kosten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Unternehmensberatung Dr. Kaske. 235 Apotheker haben sich an einer parallel durchgeführten Umfrage zum Thema beteiligt. Das Meinungsbild ist gespalten: Eine Mehrheit lehnt die Einführung des eRezept ab und sieht darin vorwiegend Nachteile. Allerdings halten 46 Prozent die Einführung für richtig. Wichtig ist den Apothekern die Sicherheit der Datenübertragung und die Freiheit der Apothekenwahl.

Die Apotheker sehen die Einführung des eRezepts eher skeptisch: Eine Mehrheit von 53 Prozent ist dagegen, dass die elektronische Verordnung das klassische Papierrezept ablösen soll. 46 Prozent der Apotheker befürworteten das eRezept. Wiederum eine Mehrheit von 57 Prozent sehen im eRezept „nur“ oder „mehr“ Nachteile. Vorteile erkennen 29 Prozent. 12 Prozent der Apotheker sind in dieser Frage unentschieden.

Für die Arbeit in der Apotheke gibt es aus Sicht der Apotheker verschiede Vorteile durch das eRezept: 5,3 Prozent erwarten leichtere Neukundengewinnung und 10 Prozent bessere Kundenbindung. Knapp 13 Prozent hoffen auf weniger Abgabefehler und ebenso viele rechnen mit weniger Retaxationen. Für 15 Prozent lässt sich mit dem eRezept die Arzneimittelversorgung der Patienten beschleunigen, auch weil die Administration (13 Prozent) sich vereinfacht. Immerhin knapp jeder fünfte Apotheker sieht grundsätzliche Vorteile im eRezept wegen der Umweltfreundlichkeit. Mit 17 Prozent ist die Zeitersparnis der zweitgrößte Vorteil des eRezepts aus Sicht der Apotheker.

35 Prozent der Apotheker fordern wie die ABDA, dass durch das eRezept die freie Apothekenwahl der Versicherten nicht eingeschränkt werden darf. Gut 33 Prozent sagen, dass die Patienten die Verfügungsgewalt über das eRezept behalten müssen. 30 Prozent sorgen sich um die Datensicherheit. Für 97 Prozent der Apotheker ist der sichere Übertragungsweg des eRezepts „sehr wichtig“ oder „wichtig“. Grundsätzlich kein Vertrauen ins eRezept hat jeder fünfte Apotheker.

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