Apothekensterben

Studie: eRezept killt 7000 Apotheken APOTHEKE ADHOC, 23.04.2019 13:45 Uhr

Berlin - Die für 2020 geplante Einführung des elektronischen Rezepts (eRezept) wird den Apothekenmarkt revolutionieren: „Die Karten werden neu gemischt“, schreibt die Unternehmensberatung Dr. Kaske in einer umfassenden Studie zu den Konsequenten der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorangetriebenen Digitalisierung des Apothekenmarktes. Für die noch gut 19.000 inhabergeführten Apotheken könnte das eRezept allerdings dramatische Folgen haben. Das Apothekensterben wird sich der Studie zufolge erheblich beschleunigen. Im Jahr 2030 wird es demnach im Worst-Case-Fall nur noch 12.000 Apotheken geben. Der Marktanteil des Versandhandels steigt danach steil auf 10 Prozent oder fünf Milliarden Euro.

Das eRezept wird das Gesundheitswesen als wesentliche Komponente der Digitalisierung nachhaltig und tiefgreifend verändern, prognostiziert die Dr. Kaske-Studie. Online-Apotheken sähen im eRezept eine einmalige Chance und und könnten die Ablösung des Papierrezepts kaum erwarten. Noch liege der Rx-Online-Anteil bei überschaubaren 1,5 Prozent. Die regulatorischen Veränderungen machen laut Dr. Kaske jedoch ein exponentielles Wachstum zunehmend wahrscheinlich: „Wir erwarten eine Steigerung des Rx-Versandhandelsanteils auf bis zu 10,2 Prozent was, einem Umsatz von 5,1 Milliarden Euro entspricht – zulasten der stationären Apotheken, die 4,3 Milliarden Euro Rx-Umsatz verlieren“, so die Studie. Das hätte „gewaltige Folgen“: Bis 2030 könnte jede dritte Offizin-Apotheke schließen.

Nur noch 11.871 Apotheken könnte es danach in gut zehn Jahren in Deutschland geben, so das Worst-Case-Szenario der Marktanalyse. Treiber seien neben dem eRezept die alle Altersschichten erfassende Digitalisierung, die automatisierte Ausstellung von Folgerezepten durch Online-Apotheken so wie die Professionalisierung von Onlineapotheken, insbesondere eine schnellere Medikamentenauslieferung als Same-Day und Next-Day-Delivery.

Mehr noch: Die Hälfte der Verbraucher würde ein eRezept online einlösen, obwohl aktuell mehr als 70 Prozent noch nichts vom eRezept gehört haben. 23,3 Milliarden Euro Rx-Online-Umsatz pro Jahr würden laut Dr. Kaske-Studie entstehen, wenn Patienten ihr Verhalten entsprechend ändern würden.

86,4 Prozent der Apotheker befürchten laut einer die Studie begleitende Befragung mit Einführung des eRezeptes das Abwandern der Kunden zu ausländischen Versandapotheken. 92 Prozent der Hersteller sehen dagegen in Online-Apotheken großes bis sehr großes Potential für ihr OTC-Geschäft. 80 Prozent der Hersteller gehen davon aus, dass die Einführung des eRezepts den Rx-Online-Anteil vergrößern wird und weitere 68 Prozent erwarten, dass die Einführung des eRezepts den OTC-Online-Anteil vergrößern wird.

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