Hersteller begrüßen direkten Draht in die Praxis

, Uhr

Berlin - 5000 Verbraucher, 225 Apotheker und 107 Arzneimittelhersteller hat die Marketingagentur Dr. Kaske zur Einführung des E-Rezepts befragt. Das Stimmungsbild ist relativ klar: Die Pharmaindustrie begrüßt die Einführung des E-Rezepts am stärksten. Viele Verbraucher sind noch gar nicht darüber informiert, können sich aber eine direkte Weiterleitung ihrer Rezepte vorstellen – was sogar eine Mehrheit der Hersteller befürwortet. Und die Apotheker sind hin und her gerissen. Sie sehen sowohl Vorteile im E-Rezept, aber fürchten die Konkurrenz der Versandapotheken.

Auf die Frage „Sollte das E-Rezept das klassische Papierrezept ablösen?“, anworteten 28 Prozent der Hersteller mit einem klaren Ja. Weitere 54 Prozent sagten „eher ja“. Und nur 16 Prozent lehnen das E-Rezept ab. „sehr gut“ finden sogar 26 Prozent der Arzneimittelhersteller, wenn die Ärzte nach der Verordnung das E-Rezept sofort an eine Versandapotheke weiterleiten und das Arzneimittel „einfach und bequem“ nach Hause geliefert wird. 18 Prozent der Hersteller finden das „gut“ und weitere 16 Prozent noch „eher gut“. Schlecht finden den direkten Draht zwischen Arztpraxis und Versandapotheke 40 Prozent.

Die positive Einstellung der Hersteller gründet unter anderem auf positive Geschäftserwartungen mit der Einführung des E-Rezeptes. Großes Potenzial für das Rx-Geschäft sehen darin 34 Prozent. 28 Prozent erwarten nur eine geringe Belebung und nur 10 Prozent gehen davon aus, dass das E-Rezept „kein Potenzial“ für das Rx-Geschäft mit sich bringt. Noch stärkere Impulse erwarten die Hersteller vom E-Rezept für den OTC-Markt. 92 Prozent versprechen sich eine Belebung: Daher befürworten 82 Prozent der Arzneimittelhersteller grundsätzlich das E-Rezept.

Von einem starken bis mäßigen Umsatzanstieg des eigenen Rx-Geschäfts durch die Einführung des E-Rezepts gehen rund 25 Prozent der Hersteller aus. Die Hälfte erwartet keinen Anstieg. Auch auf das eigene OTC-Geschäft sieht die Hälfte der Hersteller keinen Einfluss. Allerdings erwarten die Pharmafirmen zu 80 Prozent eine Rx-Umsatzsteigerung im Online-Handel. Und 70 Prozent der Hersteller glaubt, dass das E-Rezept auch den OTC-Umsatz der Versandapotheker beflügeln wird.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Mehr Sicherheit, höhere Kosten
GVWG: Treuhand-Pflicht für Rechenzentren »
Ausgangssperre und Testpflicht an Schulen
Bund legt Vorschlag für Corona-Gesetz vor »
GKV-SpiBu will „Grundfinanzierung“ für Apotheken
GKV: Spahn macht reiche Apotheken reicher und arme ärmer »

Mehr aus Ressort

Supermarkt vor Apotheke
Weleda verkauft lose Ware »
Wachstum um ein Viertel
DocMorris beerdigt Apo-Rot »
Weiteres
E-Rezepte für CallMyApo – und Shop-Apotheke
Zava knackt Millionenmarke»
„Kartenhersteller wahrscheinlich überfordert“
KBV: Komplizierte Signatur verhindert E-Rezept-Einführung»
Datenübermittlung für das E-Rezept
Apotheker sollen für Versender zahlen»
Biosimilars und Covid-Flaute in Kliniken
Roche: Pharma schwach, Diagnostics stark»
Versandapotheke verlässt Marktplätze
DocMorris: Abschied von Idealo und Ebay»
Supermarkt vor Apotheke
Weleda verkauft lose Ware»
Neue arbeitsrechtliche Fragen
Positiver Test als Kurzurlaub»
Testpflicht in Sachsen und Berlin
Laientests nur unter Aufsicht»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B