Big Brother ist Apothekenrealität

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Berlin - Wie jeder Einzelhändler haben es auch Apotheker hin und wieder mit Menschen zu tun, die es nicht immer ehrlich meinen. Mal sind es die eigenen Mitarbeiter, mal die Kunden. Mal verschwinden Geldbeträge aus der Kasse, bei anderen wird in der Freiwahl viel geklaut. In der Not überwachen einige Kollegen ihre Offizin oder gar alle Betriebsräume mit einer Kamera – sie sind sogar in der Mehrheit.

71 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage von APOTHEKE ADHOC gaben an, ihre Betriebsräume mit Kameratechnik zu überwachen. Dabei filmen 55 Prozent nur die Offizin, 11 Prozent haben alle Betriebsräume inklusive Offizin im Visier. 3 Prozent überwachen die Eingänge, aber nur nachts. Jeweils 1 Prozent haben ihre Kamera entweder nur auf den BtM-Schrank oder auf die nicht-öffentlichen Bereiche gerichtet.

14 Prozent der Befragten gaben an, in ihrer Apotheke komplett ohne Kamerainstallationen auszukommen: „Ich bin gegen Überwachung.“ 12 Prozent glauben zwar an die abschreckende Wirkung von Überwachungskameras – unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Lage setzen sie aber nur auf Kameraattrappen. 5 Prozent machten keine Angabe. Vom 4. bis 6. März nahmen 148 Leserinnen und Leser von APOTHEKE ADHOC an der Umfrage teil.

Der Einsatz von Überwachungskameras ist umstritten: In jedem Fall müssen Apothekeninhaber den Datenschutz im Blick behalten. Ein Apotheker aus dem Saarland musste vier seiner fünf Kameras abbauen – nur den Betäubungsmittelschrank darf er weiterhin überwachen.

APOTHEKE ADHOC Debatte

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