Darf der Chef mich heimlich filmen?

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Berlin -

Diebstahl, Einbruch, Raubüberfall – Apotheken werden zunehmend Opfer von Straftaten. Um Kriminelle abzuschrecken oder Beweise zu sammeln, setzen Inhaber auch auf Überwachungskameras. Doch dabei gibt es einiges zu beachten, denn der Datenschutz hat strenge Vorgaben, wenn Kunden, deren personenbezogene Daten oder Mitarbeiter gefilmt werden.

Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) unterscheidet grundsätzlich zwischen öffentlichem und nicht öffentlichem Raum. Während die Offizin für jedermann zugänglich ist, gehören die den Mitarbeitern vorbehaltenen Räume zum nicht öffentlichen Raum. Tonaufnahmen in jeder Form sind unter Strafe verboten. Die Vorgaben, wann Bildaufnahmen zulässig sind, sind im BDSG konkretisiert, der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) hat unlängst eine aktuelle Übersicht erstellt, was in der Apotheke erlaubt ist.

Eine Videoüberwachung der Offizin ist zulässig, wenn sie entweder zur Wahrnehmung des Hausrechts oder zur Wahrnehmung berechtigter Interessen für konkret festgelegte Zwecke erforderlich ist. Fälle von Diebstahl oder Vandalismus in der Vergangenheit belegt der Inhaber am besten mit erfolgten Strafanzeigen. Wenn die Apotheke sehr verwinkelt und einzelne Bereiche schwer einsehbar sind, kann dies als „abstrakte Gefahr“ bereits eine Überwachung rechtfertigen. Der Inhaber muss Kunden vor Betreten der Apotheke auf die Überwachung hinweisen, ein Aufkleber mit einem entsprechenden Piktogramm reicht dazu aus.

In jedem Fall muss der Zweck der Überwachung konkretisiert werden – und zwar vor Installation der Kameras. Das festgelegte Ziel muss mit der Überwachung auch erreicht werden können und es dürfen keine gleich wirksamen Mittel zur Verfügung stehen, die für die Betroffenen Kunden weniger einschneidend sind.

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