Prä-Expositions-Prophylaxe

HIV-Apotheken: Preisbruch für den guten Zweck Nadine Tröbitscher, 10.10.2017 10:14 Uhr

So kam Tenberkens Blisterzentrum Kölsche Blister ins Spiel. Hexal hat für dieses Projekt eigens eine Dosenware zu 90 Tabletten auf den Markt gebracht, die dann in in Einheiten à 28 Tabletten verblistert wird. So kann der Apotheker seinen Rabatt weitergeben, er muss lediglich die Aufschläge nach Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) dazurechnen. Im Ergebnis kostet die PrEP dann 50,05 Euro – ein Zehntel des üblichen Abgabepreises.

Wichtig ist die ärztliche Verordnung, ohne die die PrEP aber ohnehin nicht eingesetzt werden kann. Denn verordnet wird nur, wenn eine bestehende Infektion ausgeschlossen ist. Auf diese Weise sollen Resistenzen verhindert werden, da nur Menschen behandelt werden, die das Virus nicht tragen. Alle drei Monate findet eine erneute Kontrolle statt. Kritik, dass sein Projekt zu einem allzu leichtfertigen Umgang mit dem Thema HIV führt, teilt Tenberken nicht. „PrEP ist eine Entscheidung, die der Mensch trifft.“ Dank seines Konzepts bekommen die Konsumenten ein sicheres Medikament zu einem bezahlbaren Preis unter ärztlicher Kontrolle.

Die erste Ware von Hexal ist am vergangenen Montag eingetroffen, nun will Tenberken die Apotheken, die er mit im Boot hat, zeitnah versorgen. Mitmachen kann jede Apotheke. „Ich will jedem Kollegen die Möglichkeit geben.“ Tenberken hatte zum Start des Pilotprojektes acht Apotheken im Boot, nun kamen weitere 32 Apotheken dazu. Eine flächendeckende Versorgung ist damit erreicht. Und theoretisch kann laut Tenberken auch jede Apotheke mit dem Thema umgehen, die Mitarbeiter müssen nur entsprechende Beratungsgespräche führen können. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukt (BfArM) hat Auflagen herausgegeben, wer an der Versorgung teilnehmen darf. So müssen Ärzte über das behördlich zugelassene Schulungsmaterial verfügen.

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