Hilfsmittelgenehmigung: Patient muss zustimmen

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Berlin - Wie gut, dass es die Clearingstellen gibt. Sie kümmern sich um Retaxationen und Genehmigungsanträge. Ab Mai 2018 ist die Auftragsverarbeitung aber nur noch mit Einwilligungserklärung der Versicherten zulässig. Denn dann tritt die neue europaweite Datenschutzgrundverordnung in Kraft. Ein Mehraufwand für Apotheken.

Clearingstellen der Apothekervereine stellen in der Hilfsmittelversorgung für Apotheker eine Entlastung dar. Denn die Experten übernehmen die Genehmigungsverfahren und reichen die Kostenvoranschläge im Auftrag der Apotheken bei den entsprechenden Krankenkassen ein. Dabei versuchen die Experten, schnellstmöglich eine Antwort von den Kostenträgern zu erhalten.

Die einzelnen Vereine nutzen regional unterschiedliche Clearingstellen. Der Hessische Apothekerverband (HAV) hat seine Clearingstelle bei der Tochterfirma GVA (Gesellschaft für Verkaufsförderung in Apotheken und Vermögensverwaltung) untergebracht, die Verbände Rheinland-Pfalz und Saarland haben sich angeschlossen. Die Apothekerverbände Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt greifen auf das Rechenzentrum ARZ Haan zurück.

Kommt ein Hilfsmittelrezept in die Apotheke, dessen Belieferung vorab genehmigt werden muss, faxen die Mitarbeiter es mit dem Vermerk „Antrag auf Kostenübernahme“ zur zuständigen Clearingstelle, die sich dann um die Freigabe bei der Kasse kümmert. Da dabei patientenbezogene Daten von der Apotheke an den Dienstleister übertragen werden und im Auftrag weiterverarbeitet werden, muss – zusätzlich zur Vereinbarung über die Dienstleistung – ein Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung nach § 11 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) geschlossen werden. Der Berliner Apothekerverein (BAV) hat seine Mitglieder bereits über den Sachverhalt informiert und entsprechende Verträge vorbereitet, die bis Ende Oktober unterschrieben werden mussten. Sonst können Apotheken den Service nicht mehr nutzen.

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